Lange nicht Aufregendes gehört von den Damen und Herren von PikPok Games (@pikpokgames), die dem iPhone einst den Evergreen Bird Strike (iTS) bescherten – der es aus unerfindlichen Gründen nie auf das iPad geschafft hat. Wenn PikPok mitlesen: „ZackZack! XCode öffnen und ran an die Arbeit!Universal sivousplais“ Mit dem für Adult Swim produzierten Monsters ate my Condo drehen PikPok gehörig am Rad und rauben den letzen Nerv. Dies allerdings durchweg in positiven Sinn.

Vier bunte Monster, eines bescheuerter als das nächste, haben Eigentumswohnungen („Condos“) zu ihrer Leibspeise auserkoren. Diese regnen in verschiedenen Farben von oben in den Bildschirm und türmen sich in der Bildschirmmitte. Per Wischgesten werden die Immobilien auf je zwei Monster korrespondierender Farbe verteilt. Diese stupide Fütterung ist jedoch nur der Anfang: Durch vorausschauendes Füttern lassen sich die verbleibenden Condos zu farblich einheitlichen Stapeln gruppieren. Boni, Punkte und zufriedenere Monster sind die Folge.

Das mit Columns (WP) und Dr. Robotnik’s Mean Bean Machine (WP) etablierte Match-3-Prinzip blüht vollends auf. Durch Stapel mit Condos korrespondierender Farben erschaffene Bonus-Steine können wiederum gruppiert werden – auf Bronze folgt Silber, folgt Gold, folgt Diamant. Alles könte so schön strategisch sein, wenn nicht wahnsinniger Glockentechno auf dem iPad wummern und die Konzentration einer harten Prüfung unterstellen würde. Dazu Farbexplosionen und wild wabernde Sprites – vorbei ist es mit der geistigen Anspannung, die der Hektik die Klinke in die Hand drückt.

Auf diesen Chaos-Stapel wird noch ein weiteres Spielelement gesetzt: Der Condo-Stapel schwankt und schaukelt und muss wie beim Geschicklichkeitsspiel Jenga (WP) stetig stabilisiert und im statischen Zaum gehalten werden. Schwierig, wenn man die Monster mit zu vielen Steinen falscher Farbe füttert, was diese zu Wutattacken und Stapel-Stabilität gefährdendem um-sich-Treten veranlasst. Monsters ate my Condo ist ein Spiel für Menschen, die Ihre nervliche Belastbarkeit oder Anfälligkeit für epileptische Anfälle testen möchten. Laut, bunt, flackernd und kurzzeitig immer wieder motivierend.

Rating: ★★★★☆