Es ist Apple zu danken, dass im App Store durch Aktionen wie The best iOS-Games you nerver played immer wieder der Fokus auf kleinere Titel gelenkt wird, die im Schatten der App-Blockbuster unterzugehen drohen. Ebenfalls löblich hervorzuheben in diesem Zusammenhang ist die wöchentliche Kolumne Under the radar von Andrew Podolsky auf Slide To Play, die ebenfalls versucht, den medialen Scheinwerfer auf unbekanntere Titel zu schwenken. Hierzu zählt 100 Rogues (@100Rogues), eine Zusammenarbeit der Entwicklerstudios Dinofarm Games (@DinofarmGames) und Fusion Reactions.

Den Titel eindeutig in einer Genre-Schublade zu verorten ist schwierig. Ganz sicher jedoch ist der Titel zu einer gehörigen Portion Dungeon Crawler: Der Spieler stromert durch Kerker und Verließe und muss sich mit deren Insassen und Bewohnern rumschlagen. Stockwerk um Stockwerk wird von Kroppzeug bereinigt, Schätze eingesackt und Geheingänge Geheimgänge aufgetan. Am Ende steht im untersten Stockwerk Hausherr Satan persönlich. Labyrinthe und Feinde werden vor jeder Spielpartie zufällig generiert, so dass keine zwei Partien einander gleichen.

Vor dem Start einer Partie wählt der Spieler aus Charakteren, die jeweils über Spezial-Fähigkeiten verfügen, die bei der Beseitigung der Feinde hilfreich sind. Rollenspiel-typisch erhält die Figur mit jedem Sieg über einen Feind Erfahrungspunkte, die nach überschreiten von Schwellwerten eingesetzt werden können, um neue Fähigkeiten zu erlangen. Hierzu gehören Kampftechniken ebenso wie Fähigkeiten, bestimmte Objekte erst verwenden zu können.

So schnetzelt sich der Spieler Etage um Etage tiefer durch die Kerkerlandschaft und erledigt Lebkuchenmännchen, Ninjas, Ratten und Zauberer. Die Fortbewegung im Spiel geschieht Zug-um-Zug, wobei die Spielfigur jedoch auch über mehrere Spielfelder bewegt werden kann. Dann bewegen sich die Feinde dementsprechend. Die Mischung aus Rollenspiel, Dungeon-Crawler und Echtzeit-Strategie, abgeschmeckt mit ansprechnder Präsentation und einem Schuss Humor, ist köstlich. Wer einmal seinen virtuellen Fuß in die digitalen Kerker setzt, den nimmt das Spiel gefangen.

Rating: ★★★★½