Wenn es nach Matt Comi (@mattcomi) von Big Bucket Software geht, kommt das Ende der Welt stückweise. The Incident (@theincidentapp) beginnt für den Protagonisten, der spontan an einen unrasierten Zak McKracken erinnert, wie ein ganz normaler Tag, bis plötzlich aus heiterem Himmel Gegenstände niederfallen. Es beginnt mit alltäglichen Kleinigkeiten und steigert sich zu einem riesigen Berg von Wohlstandsschrott. Autos, Klaviere, Flachbildschime fallen in nostalgischer 8-bit-Optik aus dem Himmel und der Spieler mittendrin.

Mittels Neigungssteuerung wird der liebevoll animierte Pixelprotagonist von links nach rechts über den Schirm gescheucht. Ein Druck auf das Display und er hüpft in die Höhe. Der einzige Ausweg führt nach oben. In jeder der Spielstufen muss eine vorgegebene Müllberghöhe erklommen werden. Zu Assistenz schweben immer wieder Ballons über den Bildschirm, die nach dem Erhaschen Lebensenergie spenden oder den Helden mit einem Sturzhelm und kurzfristiger Unverwundbarkeit ausstatten. Aufsteigende Widrigkeiten sind ebenfalls mit von der Partie.

Bei allem Minimalismus in Präsentation und Spielmechanik trägt The Incident visionäre Züge. Die Universal-App kann auf iPhone und iPad installiert, die Geräte füreinander als Fernbedienungen eingesetzt werden. Während man gebannt auf dem iPad-Bildschirm starrt, werden die Bewegungen mit dem iPhone vorgenommen, das so zum teuersten Game Controller der Welt degradiert wird. Der Dekadenz wird noch eine weitere Stufe aufgesetzt, wenn das iPad zur Ausgabe des Bildsignals an einen externen Bildschirm angeschlossen wird.

The Incident ist voller 8-bit-Liebe und spielerischer wie technischer Finesse. Rücksetzpunkte sind fair, Fehler fast immer vermeidbar und in ausweglosen Situationen, wenn sich die Müllberge über dem Helden türmen, kommt die Rettung nach hektischem Schütteln des Geräts in Form einer Blase, die die Figur einschließt und wieder an die Oberfläche trägt. Sowohl im schier unbezahlbarem iPhone/iPad/Plasma-Setup, als auch in der Mininalausgabe macht es immer wieder Spaß zu vermeiden, dass einem virtuelle Dinge auf den Kopf fallen.

Rating: ★★★★☆