Test: ChocoRun (Video)

Seit langer Zeit warten Videospiel-affine Sadisten auf eine iOS-Umsetzung des Xbox-Live-Arcade-Titels SuperMeatBoy. Die Universal-App ChocoRun von DunkelGames (@dunkelg) hilft die Wartezeit zu verkürzen und schlägt in die gleiche Kerne, wie der Titel von Team Meat (@supermeatboy). Ein Spielfigur muss durch mit unzählige Fallen gespickte Pacours gesteuert werden. Ein Fehltritt und der vermeintliche Spaß, der schnell auch geduldigste Spieler zur Weißglut treibt, beginnt von vorne. All das verpackt in knudelige Retro-Pixel-Optik.

Choco, die tapferste Schokoladenecke unter Gottes weiter Sonne und totgeschwiegener Halbbruder von SuperMeatBoy hat es in eine fremde Dimension verschlagen, aus der er entkommen muss. Vormals in der heimischen Schokoladenwelt vertrieb sich der süße Würfel die Freizeit mit Herumrennen. In der ihm unbekannten Welt muss er laufen, um zu entkommen. Der Bewegungsdrang kompliziert die Ausbruchsversuche aus den gegenwärtig 50 Spielstufen ungemein, denn die Spielfigur rast von der ersten Spielsekunde los und ist kaum zu bändigen.

Die Steuerung ist so einfach und eingängig wie die Anmutung des Titels. Choco rast eingenständig los. Per Druck auf den Bildschirm lädt sich seine Sprungenergie auf, die sich beim Loslassen des Bildschirms entlädt. So hopst der Spieler über Kreissägen und zwischen Nagelwänden hin und her, stets auf der Suche nach Schlüssel, der in das Schloss gesteckt den Ausgang aus der Spielstufe ermöglicht. Die kleinste Kollision, der geringste Fehltritt – auch wenn diese einen Millimeter vor der Ziellinie stattfindet – und die Tortur beginnt von vorn.

Wie das Vorbild Super Meat Boy richtet sich an ChocoRun an Spieler, die auf der Suche nach einer Herausforderung sind und gerne auf Rasierklingen kauen. Der Schwierigkeitsgrad kratzt hart an der Unspielbarkeitsgrenze. Abläufe und Timing müssen auswendig gelernt werden. Gelegenheitsspieler wenden sich nach wenigen Minuten angewidert ab. Profis, die sich ihre Zeit mit Speedruns vertreiben und ihren Ehrgeiz auf die Probe stellen möchten, werden leidlich unterhalten – zudem es Scoreboards mit Bestzeiten für jede Spielstufe gibt. Auf dem iPad ist dieseNervensäge deutlich zugänglicher als auf den iPhone.

Der Stromstock meint:
★★★★☆