Test: JAZZ: Trump’s journey (Video)

Bulkypix (@Bulkypix) bringen mit JAZZ: Trump’s journey von Eggball Productions (@Egg_Ball) einen musikalischen Puzzle-Plattformer mit bezauberndem Grafikstil auf das iPad. Der Spieler durchlebt die Lebensgeschichte von Gumbo Trump, einem farbigen Nachwuchsmusiker, der auszieht, um im New Orleans der 1930 an einem Musik-Wettbewerb teilzunehmen, um zu einer Jazzlegende aufzusteigen. Ein beschwerlicher Weg, der sich an der Biographie von Louis Armstrong orientiert, stets untermalt mit fein groovender Jazz-Musik von als Bande de Sons firmierenden Musikern.

Wie Lume HD oder Paper Monsters hebt sich auch JAZZ: Trump’s journey vordergründig durch die Präsentation ab. Die Handlung wird anfangs in Cutscenes zeitgenössisch über Texttafeln in Stummfilm-Anmutung vorangetrieben. Ein körniger Filter wie in Limbo und ein Knattern erinnern an einen Filmprojektor. Die überzeichneten Figuren mit ihren unverhältnismäßig langen Gliedmaßen sind deutlich von Steamboat Willie und Betty Boop inspiriert. Hauptfigur Gumbo Trump kommt, ganz wie Tintin ohne Pupillen aus, dafür mit Melone und liebevoll animiertem schlaksigem Gang. Die Hingabe zum Design ist vom ersten Moment an spürbar.

Auf dem Weg zum Star muss Gumbo laufen, klettern und zur Trompete greifen. Das magische Instrument friert Elemente der Spielumgebung wie Gegner und schwebende Plattformen wie in Braid ein und sorgt für Fortkommen in ansonsten ausweglosen Situationen. Allerdings bläst Gumbo nur, wenn seine Beine festen Grund berühren. Von einer der unzähligen Leitern, die er auf seiner Reise erklimmen muss, bringt er keinen Ton heraus. Im Laufe des Spiels läuft der Puzzle-Charakter dem Geschicklichkeitsteil den Rang ab. Schiebe- und komplexe Schalterrätsel sind allgegenwärtig.

Dank der unbegrenzten Versuche und fairer Rücksetzpunkte hält sich die Frustration, die bisweilen durch die unkonventionell platzierten und situativ ausgeblendeten Steuerelemente aufkommt, in den 10 Spielstufen und bei den Bosskämpfen in Grenzen. Der Weg den Gumbo nimmt ist, wie seine Karriere steinig, aber unterhaltsam und fesselnd. Das Jazz-Szenario ist keinesfalls einfach übergestülpt, sondern tief im Spiel verwurzelt. Zwar erreicht Gumbo nie die Klasse der Mario-Titel, aber an einer Verwandtschaft des Trompeters mit dem Klempner besteht kein Zweifel.

Rating: ★★★★☆