Bei Forward Industries versteht man sich auf virales Marketing und beeindruckende Klotzigkeit. Lange vor Verfügbarkeit geisterten erste Videos des G-Form Extreme durch das Internet, dem vermeintlich besten Schutz, den man einem iPad angedeihen lassen kann. In Videos wurden G-Form verpackte iPads mit Bowling-Kugeln beworfen (YT) und von Wetterballons aus der Atmosphäre auf die Erde fallen gelassen. Weitere waghalsige Tests finden sich im Forward-Channel. Von der Nachahmung mit eigenen Elektrogeräten rät der Hersteller allerdings ab. Zum Preis von knapp 50 Euro ist die Schutzhülle hierzulande erhältlich (Amazon). Wahlweise in mattem schwarz oder in gelber Signalfarbe mit schwarzen Applikationen.

Zur Genese: G-Form verstehen Einiges von Absorption. Die Firma hat sich mit der Entwicklung und Herstellung von Protektoren einen Namen gemacht und Expertise bezüglich der Abwendung plötzlicher Krafteinwirkung aufgebaut. Man versteht sich darauf, Knie, Schultern und Ellenbogen bei Stürzen zu schützen und was dem Körper gut tut, kann für das iPad nicht schlecht sein. Leider hat der vermeintlich perfekte Schutz seinen Preis, der in Style-Punkten gezahlt wird. Das G-Form mutet wenig charmant oder gar dezent an, Fetisch-Freunden dürften hingegen Glücksseufzer entfahren.

Wer die Benutzung schlanker Neopren-Sleeves wie den Gimp von Crumpler gewohnt ist, muss mit einem mittelgroßen Schock rechnen. Das G-Form-Sleeve mutet an, als wäre es aus einem Autoreifen gefertigt. Breite Profilierung zieht sich über Vorder- und Rückseite. Beide sind über drei Seiten mit innen liegender Naht verbunden. Ein klotzig-breiter Reißverschluss bietet iPad oder iPad 2 Einlass. Ein innen liegender Wulst hält das iPad im geschlossenen Zustand des G-Form Extreme vom Reißverschluss fern. Die wie eine Profilierung anmutende Textur des Sleeves rührt von einzelnen nachgiebigen Waben her, die durch die weiche Innenauskleidung miteinander verbunden sind. So schön die Universalität der Passform anmutet, das iPad 2 schlackert beachtlich in der Tasche umher, dafür findet es auch mit einer weiteren Schutzhülle wie dem Marware Micro Shell Folio darin Platz.

Dank EPS, nicht der Wärmedämmstoff expandierendes Polystyrol, sondern dem Extreme Protection System, übersteht das iPad im G-Form nachweislich – so der todesmutige Selbsttest – unbeschadet einen Sturz aus einem Meter auf einen Dielenboden. Ein darin verpackter Teller ließ sich nach einem Sturz aus zwei Metern intakt bergen. Kollegen versuchten sich mit Hammer und Glas als Simulation. Wasserabweisend ist das G-Form-Sleeve zudem auch, wie der dritte todesmutige Testlauf in der Dusche ergab. Ohne Inhalt wurde die Absorbtion mit einem markigen Kniefall getestet, der ebenfalls mit positivem Ergebnis ohne bleibende Schäden für das Knie endete. Wer sein 500-Euro-Gadget gerne achtlos behandelt, das Bedürfnis hat, es gerne mit einem Wocheneinkauf in den Rucksack zu stopfen oder beim River-Rafting nicht auf das iPad verzichten kann – wird kaum besser bedient werden können.