Test: Percepto (Video)

Die Richtigkeit der Behauptung, dass alles Ansichtssache sei, liefert Percepto von Daniel Hooper (@DanielCHooper). Der 3D-Puzzler spielt, ähnlich wie Blueprint 3D  von FDG Entertainment mit der räumlichen Wahrnehmung des Spielers. Das Geschehen muss gedreht und gewendet werden, um die richtige Lösung – hier den Ausgang des kleinen Bruce aus den 55 Spielstufen – herbeizuführen.

Wird ein Finger auf das Display gelegt und mit diesem umhergefahren, kreist analog die Ansicht auf den dreidimensionalen Raum. Entgegen einer Filmkamera können auch filmisch unmögliche Perspektiven angenommen und beispielsweise durch Boden und Wände geblickt werden. Durch ein Tippen auf den Bildschirm wird die Ansicht auf einen zweidimensionalen Raum reduziert. Aus Kisten werden Quadrate, Komplexes wird einfach und eine vorher im Raum verstreute Kistenkolonie verwandelt aus der richtigen Perspektive in einer schnurgerade Bahn.

Das Spiel mit Perspektive und Dimension wird zunehmend komplexer und schwieriger. Sukzessive kommen neue Spielelemente hinzu: Treppenstufen und Fahrstühle eröffnen dem Spiel den Weg in Höhe und Tiefe und sorgen für ein Gefühl, als sei man in Relativity von M.C. Escher (WP) gefangen. Schalterrätsel sorgen in höheren Spielstufen für den nötigen Schuss spielerischen Anspruchs, der den Titel  lange unterhaltsam macht. Wer den Auszug aus dem Gefängnis in der minimal möglichen Anzahl der Zuge bewerkstelligt, freut sich über Bonusmarken. Der Schwierigkeitsgrad steigt angenehm langsam an, die knuddelige – wenngleich nur aus wenigen Elementen bestehende Grafik – ist ansprechend.

Von der ersten Spielminute an begeistert Percepto durch die intuitive Steuerung die mit dem Spielprinzip verkettet ist: Komplexes wird mittels Wisch- und Tippgesten auf ein visuell verständliches Niveau heruntergebrochen. Das Spiel mit Dimensionen und Perspektive ist kurzweilig aber gleichzeitig anspruchsvoll. Häufiger wiederkehrende Problemfelder und Strategien werden schnell und unbewusst internalisiert, so dass das Lösen der Spielstufen stellenweise an die professionelle Ordnung eines Zauberwürfels erinnert.

Rating: ★★★★☆