Test: Sparrow

Das schlanke Mac-E-Mail-Programm Sparrow (@sparrow) ist wie vom Entwicklerteam angekündigt flügge geworden und hat den Sprung auf iOS geschafft. Allerdings bislang nur auf das iPhone und um wichtige Komfort-Funktionen beschnitten. Dafür punktet das Programm der Entwickler um Dominique Leca (@domleca) mit Unterstützung für mehrere E-Mail-Konten und einer puristischen Oberfläche, unter der eine hervorragende Bedienbarkeit hervorwischbar ist.

Die Trümmer zuerst: Sparrow hat keine Unterstützung für die Push-Funktion. Wer seine E-Mail-Konten mit Sparrow abrufen möchte, muss die App öffnen und selbst nachschauen, was auf den Mailservern rumliegt. Die Entwickler haben eine englischsprachige Seite eingerichtet, auf der sie sich zu den Gründen der fehlenden Funktionalität äußern. Einerseits wäre die Speicherung der Nutzerdaten auf den Sparrow-Servern nötig, was die Entwickler aus Sicherheitsgründen ablehnen. Die konventionelle Push-Benachrichtigung über eine Benutzerschnittstelle war in Sparrow integriert, wurde jedoch von Apple abgeleht. Per Petition können Anwender versuchen, die Push-Funktion bei Apple einzufordern.

Abgesehen von diesem Makel weiß Sparrow zu gefallen – besonders die vielen von Tweetbot bekannte Bedienung: Mit einem Fingerstreich über eine Nachricht werden mögliche Aktionen eingeblendet und die E-Mail so komfortabel weitergeleitet, als Favorit markiert oder in den digitalen Reißwolf verschoben. Dank Unterstützung des IMAP-Protokolls können zahlreiche Mail-Anbieter eingerichtet werden, die digitale Post tummelt sich – ganz wie in Apples Mail-App – in einem virtuellen Sammel-Posteingang. Allerdings lassen sich die In-Boxen auch separat durchstöbern.

Für Googlemail unterstützt Sparrow die Anzeige von Labels, bei anderen Mail-Anbietern ziert sich das Programm. Angenehm weiter die optinonale Verkettung zusammengehöriger Mails, die sich durch vertikale Wischgesten durchblättern lassen. Im direkten Vergleich mit der kostenlosen Mail-App von Google punktet Sparrow hinsichtlich Bedienbarkeit und Design, muss aber wegen fehlender Push-Funktion und iPhone-Exklusivität Abzüge in der  B-Note hinnehmen. Eine durchdachte App für Anwender, die zahlreiche IMAP-E-Mail-Konten ansprechend und bedienbar verwalten möchten und nicht auf sofortige Benachrichtigung angewiesen sind.

Rating: ★★★★☆