Test: Batman: Arkham City Lockdown (Video)

Der Dunkle Ritter gibt sich die Ehre. Neben Infinity Blade II ist Batman: Arkham City Lockdown ein weiterer Titel, der auf der leistungsfähigen Unreal-Engine basiert. Die Gemeinsamkeiten mit ChAIRS Schwert-Orgie sind noch vor dem Start ersichtlich, denn die App reklamiert mehr als ein Gigabyte Speicherplatz auf dem iPad. Auch spielerisch weist die App im Vertrieb von Warner (@WarnerGamesGer) zahlreiche Ähnlichkeiten zur Infinity-Blade-Serie auf. Mittels Wischgesten werden die Fäuste geschwungen und Treffer durch geschicktes Timing zu effektiven Kombinationen verkettet – NetherRealm Studio um Ed Boon (@noobde) setzen auf Bewährtes in Fledermausgewand.

Scharmützel bilden den Kern des Titels. Zwischen den Auseinandersetzungen wird der Millionär im Fledermauskostüm durch die Stadt dirigiert. Jedoch nicht frei, sondern lediglich auf einer wenig umfangreichen Karte von Station zu Station. Ist ein Distrikt gesäubert, erschließt sich der nächste. Atmosphärisch und gestalterisch setzen die Entwickler voll auf die Zugkraft der brillanten Konsolentitel Arkham Asylum und Arkham City. Von der Gestaltung der Menüs, über die akustische Untermalung mit breiten Streicher-Ensembles und treibenden Arragements bis hin zur gräulich-grünlich-diffusen Beleuchtung, in die Kulissen getaucht sind.

Spielerisch aufgewertet wird die ansonsten eintönige Klopperei durch ein Ausrüstungssystem. In Kämpfen gewonnene Erfahrungspunkte werden in einen verbesserten Batsuit oder das Erlernen neuer Kampftechniken investiert. Elektrohandschuhe für Stromstöße, Fitnesstrainings für verbesserte Reflexe sowie Rauchbomben sind ein Teil des Waynetech-Repertoires, das in der Batcave auf den Einkauf wartet. Wem die natürliche Entwicklung und Ausrüstung des dunklen Ritters nicht schnell genug voran geht, der hilft per In-App-Kauf nach. Ärgerlich, dass sogar die ansehnlichen Kostüme, die den Batman-Inkarnationen von Paul Dini oder Frank Miller nachempfunden sind, zum Preis von je 79 Cent erstanden werden müssen.

Grafisch ansehnlich, atmosphärisch dicht aber spielerisch wenig originell werden lediglich Comic-Fans auf der Suche nach einem simplen Zeitvertreib bedient. Da stimmen auch die enthaltenen Wallpaper und drei Gratis-Comics wenig versöhnlich. Schade, hier wäre mit etwas Originalität deutlich mehr zu holen gewesen. Der dunkle Ritter hängt in seiner Batcave im Schatten von Infinity Blade herum.

Rating: ★★★½☆