Test: Swordigo (Video)

Die finnischen Entwickler Ville Mäkynen und Tuomas Mäkynen von Touch Foo (@touch_foo) haben sich auf iOS mit dem liebevoll gestalteten und konsequent rotierenden Soosisz in die Herzen Vieler gespielt. Nun legen sie mit Swordigo nach und – wenngleich im spielerischen Ansatz weniger originell – spielerisch sogar einen drauf. Wie auch die Fancy Pants Adventures schüttet man alles, was das Gewürzregal hergibt, in den Suppentopf und auf den Tellern landet ein Genre-Mix der vorzüglich mundet.

War der Vorgänger noch genre-reiner Plattformer, fließen in Swordigo Rollenspiel- und Adventure-Elemente ein. Die ersten Spielminuten rufen Erinnerungen an The Adventure of Link und Segas Wonderboy in Monsterland wach. Der Held zieht hüpfenderdings aus seinem Heimatdorf  aus, seinen Meister zu suchen. Diesen findet er alsbald verendet, dahingerafft von den Corruptors. Damit sind Motivation und Endziel klar. Das Rächen des Mentors und die Rettung der Spielwelt. Die führt über Plattformen und Abgründe, durch Höhlen und Wälder, die (perspektivisch an Paper Monsters erinnernd) kosmetisch-isometrich angehaucht sind. 2D at it’s very finest.

Spinnen, als Grünzeug getarnte Gegner und der ein oder andere Levelboss werden mit den namensgebenden Schwert zerlegt oder mit einem Zauberspruch eingeäschert. Aus Erfahrung lernt der Held, dessen Entwicklung in den Bereichen Fitness, Gewalt und Magie vom Spieler bestimmt wird. Der Plattformer-Teil ist hervorragend umgesetzt, die konfigurierbare Steuerung reagiert wie gewünscht und das Design der Spielstufen abwechslungsreich, voller erforschbarer Alternativrouten und fordernd. Der Rollenspiel-Teil mit seinem Level-System fügt sich unter dem Kit der märchenhaft-klassischen Handlung und der atmosphärischen Bombast-Musik harmonisch ein.

Wenn Swordigo sich einen Vorwurf gefallen lassen muss, dann den, dass es zu nah an den ersten beiden Zelda-Teilen verortet ist. Sogar der typische Dreiklang beim Umlegen eines Schalters oder Öffnen eines Geheimraums findet sich in leicht abgewandelter Form. Jenseits dieses Mangels an spielerischer Originalität ist Swordigo ausbalanciert und technisch hervorragend umgesetzt. Warp-Punkte ersparen enervierendes Umhergerenne, das Gehüpfe unterhält, das Spiel fließt. Die Finnen haben sich viel Mühe gegeben, mit ihrem zweiten iOS-Titel eine Hommage an Klassiker zu schaffen. Das ist ihnen rundum gelungen, denn gefühlt ist man ist wieder 10 Jahre alt und sitzt vor dem NES.

Rating: ★★★★½