Test: Infinity Blade II (Video)

Die Spiele von ChAIR (@ChAIRGAMES) werden von Apple gerne zur Veranschaulichung der Leistungsfähigkeit neuer iGeräte herangezogen. So auch Infinity Blade II, das die Potenz des A5-Chips demonstrieren sollte, den Apple unter anderem im iPhone 4S  verbaut. Die grafische Opulenz ist dank der Unreal-Engine-3 beeindruckend. Diese sorgt auch auf Playstation, Xbox und PC bei AAA-Serien wie Gears of War, BioShock und Dead Space für beeindruckend realistische Effekte. Nichts sieht daher auf iOS gegenwärtig so gut aus wie Infinity Blade II. Der Vorgänger, Shadowgun oder Modern Combat 3 sehen im direkten Vergleich alt aus.

Doch Schönheit ist nur oberflächlich und am Spielprinzip hat sich im Vergleich zum Vorgänger leider nur wenig getan: Spielerisch bleibt die Schwert-Orgie eher nüchtern. Durch kurze Cutscenes verbunden hangelt sich der Spieler als furchtloser Ritter von Kampf zu Kampf gegen übermächtige Gegner. Nach wie vor wird geschlagen, pariert, ausgewichen und gekontert, umgesetzt durch Wischgesten im richtigen Moment. Neu sind im Arsenal sind beidhändig geführten Waffen. Zwei Schwerter und der Held wird zum schutzlosen Häcksler, eine mächtige beidhändig geführte Klinge erlaubt indes das Blocken mit der Waffe.

Ein Hauch Rollenspiel weht durch Edelsteine, die wie in Final Fantasy VIII in Waffen und Ausrüstung platziert und zur Beeinflussung derer Eigenschaften verwendet werden können. Bitter nötig und ersehnt war eine Auffrischung des linearen Ablaufs. In Infinity Blade II kann der Spieler seine Wege, also die Reihenfolge, in der er die übermächtigen Gegner angeht, freier bestimmen. Das bedeutet dennoch keine Loslösung von festen Pfaden, lediglich die Reihenfolge erlaubt mehr Abwechslung. Nach spätestens zwei Stunden hat man alles gesehen und lediglich die Herausforderungen nach neuen Waffen und Siegen gegen bekannte aber erstarkte Gegner motivieren.

Wie der Vorgänger wird Infinity Blade II das Spielerlager spalten. Fans des ersten Teils werden sich in stundenlangen Sessions ergehen und gegebenenfalls sogar zusätzliches Geld investieren, um endlich an das Traumschwert zu gelangen. Wem sich die Faszination des Auflevelns nicht erschließt, kann Infintiy Blade II löschen nachdem der Endgegner das erste Mal besiegt wurde. Einen guten Grund dafür gibt es allemal: Der Titel reklamiert mehr als ein Gigabyte Speicherplatz. ChAIR ist erneut ein visuell beeindruckendes Schlachtfest gelungen, dem es jedoch an Tiefe mangelt.

Rating: ★★★★☆