Test: Rinth Island (Video)

Im ersten Moment weckt Rinth Island von Buzz Monkey wohlige Erinnerungen an Nebulus von John M. Phillips. Doch anstelle eines Blasen schießenden Frosches treten hier knuddelige Kinder an, Türme zu erklimmen oder hinabzusteigen. Diese Türme jedoch sind, ganz wie beim Klassiker aus dem Jahr 1987, stark baufällig, so dass Auf- und Abstieg vorausschauende Planung, Fingerspitzengefühl undg Cleverness erfordern. Gestrandet auf einer einsamen Insel, so die Hintergrundgeschichte, bedarf es des Einsammelns verschiedener Objekte, um die Heimkehr einleiten zu können.

Die Steuerung kann wahlweise über ein virtuelles Steuerkreuz oder Touch-Steuerung erfolgen, bei der die Spielfigur dem Fingerzeig folgt. Über Brücken und Leitern wird der dreidimensionale Turm erklettert und umlaufen. Fehlende Steine im Gebälk müssen in bester Sokoban-Manier herangeschoben werden. Ein Ziehen der Steine ist unmöglich, ein falscher Zug und der Stein steht in der Sackgasse und die Spielstufe bedarf eines Neustarts. Dieser Fall tritt leider in komplexen Spielstufen all zu oft ein und frustet ungemein. Zudem kommen in höheren Spielstufen weitere Elemente hinzu. Es darf gesprengt  werden, um an die Spitze zu gelangen, Kreisel und Kanonen komplizieren die Angelegenheit. In ähnlicher Form haben Buzz Monkey dieses Spielprinzip bereits in Block Rogue umgesetzt.

Neben unterschiedlichen Spielmodi, in denen Diamanten eingesammelt oder die gegenwärtig insgesamt 60 Türme möglichst schnell oder in möglichst wenigen Spielzügen abgeschlossen werden sollen, wartet Rinth Island mit einem Level-Editor auf. Spieler können aus einem Repertoire von Elementen eigene Spielstufen erstellen und diese einsenden und Freunden zur Verfügung stellen. Diese Eigenkreationen können in das Spiel integriert werden.

Der von Chillingo (@chillingo) veröffentlichte Titel bringt nichts bahnbrechend Neues, verkleidet den Mix aus Emerald Mine und Nebulus allerdings in zuckersüße Spielgrafik und technisch makellose 3D-Animationen. Zum Haareraufen ist allerdings, dass ein falscher Spielzug zum Spielende führen kann und es keine Übersichtsansicht der Spielstufen gibt. Eine Option, den letzten Spielzug zurückzunehmen, wäre daher sehr wünschenswert. Dennoch ist die niedliche Puzzelei mit ihren intelligent gestalteten Spielstufen für einige Stunden Unterhaltung gut.

Rating: ★★★½☆