Test: Tiny Tower (Video)

Die kostenlose Universal-App von NimbleBit LLC (@NimbleBit) ist gefährlich, denn wer sich auf das endlose Tamagotchi-Prinzip einlässt, verbrät zahllose Stunden Lebenszeit, die mit anderer Aktivität sicher sinnvoller zu füllen wären. Spieler übernehmen das Management eines Hochhauses, sorgen für den richtigen Mix aus Wohnen und Arbeiten und lassen so ein Puppenhochhaus in Pixeloptik wachsen und gedeihen.

Die Aufgaben nehmen kein Ende: Geschäfte wollen mit geeignetem Personal versehen, dieses wiederum, wenn die Güter zur Neige gehen, an das Wiederauffüllen der Regale erinnert werden. Dieser kleine Wirtschaftskreislauf steht im Zentrum des Spiels. Wurde genügend Geld erwirtschaftet, setzt der Spieler ein neues Stockwerk oben auf den Turm und die Komplexität der virtuellen Ameisenfarm nimmt weiter zu. Das Geschehen verläuft in Echtzeit, selbst wenn der Spieler die App beendet, ist die Tiny-Tower-Bevölkerung umtriebig.

Schreitet das Wachstum zu langsam voran, kann es per In-App-Kauf angeschoben werden. Je zufriedener die Bewohner (hier: Bitizens) mit ihren Jobs, desto effektiver erledigen sie Ihre Aufgaben. Per Facebook (hier: Bitbook) teilen sich die Bewohner mit und geben Hinweise für den bestmöglichen Einsatzort. Kreative und Puppenhausmütter können zudem Einfluss auf farbliche Gestaltung und Benennenung der Ladengeschäfte nehmen. Einzelnen Etagen können an andere Stelle sortiert werden, was für mehr Überblick und effektiveres „Tower-Management“ sorgen kann.

Tiny Tower vereinnahmt schnell und lässt alsdann nur schwerlich wieder los, will doch die selbstgebaute Pixelwelt blühen und gedeihen. Auf Wunsch meldet sich die App gar per Push-Benachrichtigung und macht auf Handlungsbedarf aufmerksam. Je nach Willensstärke und Suchtdisposition kann Tiny Tower daher Gamer-Leben bereichrn oder schädigen, wie man auf Superlevel herausstellt: „Die Grenze zwischen “Ich spiele ein Spiel” und “Das Spiel spielt mit mir” ist […] hauchdünn und ehe man sich versieht, steckt man bis zum Hals in einem Sumpf aus irrelevanten Micro-Verpflichtungen.“ Die niedliche Pixelgrafik trägt erschwerend dazu bei, dass man häufiger bei den kleinen Nötigern vorbeischaut, als es sinnvoll wäre. Ein ganz liebevoller Zeitfresser.

Der Stromstock meint:
★★★★☆