Test: Spider – The Secret of Bryce Manor HD (Video)

Der verquere Erstling von David Kalinas (@davekalina) Tiger Style Games, Spider – The Secret of Bryce Manor, begeistertet auch noch knapp drei Jahre nach seinem Erscheinen im August 2009. In Spider – The Secret of Bryce Manor, schickt Kalina den Spieler als Spinne auf eine Odyssee durch ein verlassenes Herrenhaus. Erfrischend wie die Präsmisse ist auch das Spielprinzip, das sich in keine Schublade zwängen lassen will und zwischen Plattformer, Puzzle- und Geschicklichkeitsspiel verortet ist.

Weniger das Interesse an der Handlung, sondern die Faszination der Andersartigkeit halten den Spieler bei der Stange. Ohne Vorgeschichte wird der Spieler in das Geschehen geworfen und muss sich damit abfinden, eine Spinne zu sein. Diese folgt in ansehnlichen Animationen durch handgezeichnete Szenerien brav dem Fingerzeig des Spielers. Sobald ein Hindernis vertikal der Spinne Weg blockiert, krabbelt der Arachnid daran empor und sorgt in den ersten Spielminuten für einen Rausch, der an die schönsten Momenten von Prey erinnert. Fuck you, gravity!

Per Wischgesten springt der Achtbeiner über den Bildschirm, einen klebrigen Faden am Allerwertesten, aus dem sich, Sprung um Sprung, ein Netz entwickelt. In den Spielstufen umherfliegende Insekten werden hierin eingefangen und anschließend als Zwischenmahlzeit verspeist. Ist der Hunger gestillt, öffnet sich ein Portal zu weiteren Räumen des verlassenen Herrenhauses. Eine Extrawurst unter den köstlichen Insekten braten sich die Hornissen, die nicht in Netzen gefangen sondern im gezielten Sprung erlegt werden müssen. Tribut wird ihnen in einem kostenlosen Spin-Off-Titel für das iPhone, Spider: Hornet Smash, gezollt.

Spinnen und fressen allein sind nur die Oberfläche. Angesprungene Lichtschalter locken Motten in gespannte Netze. Hinter Chippendale-Kommoden und toten Schloten verbergen sich Insektennester die auf Leerfressung warten. Neben der erkundungsgetriebenen Haupthandlung sorgen weitere Spielmodi in denen die Uhr tickt oder mehrere Spinnen gesteuert werden für Langzeitunterhaltung und Wiederspielwert. Wie im legendären Hundesimulator P.A.W.S. wird der Spieler zum Tier. David Kalina hat, wie zuletzt mit Waking Mars bewiesen, dass er über die fantastische Gabe verfügt, den Spieler spielen zu lassen, so das dieser die Zeit vergisst.

Rating: ★★★★½