Test: N.O.V.A. 3 (Video)

In den ersten beiden Teilen musste der Master Chief aus Halo herhalten, beim dritten Teil hat sich Gameloft (@gameloft_de) anderweitig inspirieren lassen. Pate für das Design des dritten Teils der N.O.V.A.-Serie stand zu weiten Teilen Cryteks Crysis, dessen zweiter Teil unter viel Mimimi mit dem Deutschen Computerspielpreis bedacht wurde. Demnach hat Gameloft bei der inspirativen Hauptquelle eine gute Wahl getroffen. Andererseits setzen die Franzosen unter dem Shooter-erprobten Executive Producer Arnaud Bonnard auf Bewährtes: Unter der Oberfläche kommt die hauseigene Grafik-Engine zum Einsatz, dessen Leistungsfähigkeit zuletzt in Modern Combat 3: Fallen Nation bewiesen wurde. Erweiterungen und Verbesserungen an dieser sorgten schlussendlich auch dafür, dass N.O.V.A. 3 ein halbes Jahr länger auf sich warten ließ als der Vorgänger.

Anstatt wie bisher auf fremden Planeten oder in Raumstationen startet Protagonist Kal Wardin in N.O.V.A. 3 auf der heimischen Erde. Im von Gefechten gezeichneten San Franciso beharkt sich Kal mal wieder mit den Volterites, um die aus dem Exil heimkehrende Menschheit vor ihrem Untergang zu bewahren. Spätere Spielstufen bringen landschaftliche Abwechslung. Nach einer Schlacht auf der Golden Gate Bridge bekommen die Volterite-Invasoren später in ihrer Heimat die Hucke voll. Die Volterites sind nicht all zu schlau, was den Eindruck einer gemächlichen Achterbahnfahrt verstärkt. N.O.V.A. 3 reitet auf der Trendwelle und ist wie so viele andere FPS zu gleichen Teilen gescripter Shooter und Action-Film.

Grafisch wird geklotzt, dass sich die Tische biegen. Motion-Blur, Partikeleffekte, dynamisches Licht- und Schattenspiel, große Tiefenschärfe, größtenteils sauber gerenderte Texturen – es ist beeindruckend, wie weit man sich Gameloft seit dem pixelklobigen Zombie Infection weiterentwickelt hat. Visuell ist N.O.V.A. 3 gegenwärtig die technisch beeindruckende Referenz im App Store, die den ärgsten Konkurrenten Shadowgun abhängt. Aufgrund der visuellen Opulenz kommt es allerdings zwischen Gefechten zu Nachladepausen. Darüber hinaus bietet auch N.O.V.A. 3 – wie zuvor bereits Modern Combat 3 – AirPlay-Unterstützung: Mit dem iPad in der Hand kann die Ballerei via Apple-TV an einen Fernseher übertragen werden.

Wesentlicher Wehrmutstropfen: Nach wie vor aasen Gameloft mit dem Speicherplatz – N.O.V.A. 3 stellt mit einer Downloadgröße von 1,57 GB und einer unkomprimierten Größe von 1,9 GB auf dem iPad sogar Modern Combat 3 in den Schatten. Daher macht sich die Abwesenheit von iCloud-Unterstützung, um den Spielstand unabhängig von einer Installation zu speichern, doppelt schmerzlicher bemerkbar. Davon ab serviert Gameloft seinen bislang besten Shooter, der wie Modern Combat soziale Wesen dank zahlreicher Multiplayer-Modi auch nach Abschluss der höchst unterhaltsamen Single-Player-Kampagne lange fesselt.

Der Stromstock meint:
★★★★½