Test: Kotomon (Video)

Die Hoffnungen beim unvermittelten App-Store-Auftritt von Kotomon waren groß. Hinter dem bislang unbekannten Entwickler-Team Monstars Inc. (@K0T0M0N) verbirgt sich Osamu Kodera der unter anderem für Q? Entertainment (@Q_Entertainment) an der Entwicklung von Titeln wie Rez, Lumines und Child of Eden beteiligt war. Mit Hilfe ehemaliger Q?-Entertainment-Programmierer Eiichiro Ishige und Sawako Yamamoto legt Kodera mit Kotomon eine durch und durch japanische Produktion vor, die mit Elementen aus Musikspielen und Shootern Wegmarken seines Schaffens enthält.

Das rote bohnenförmige Monster Kotomon folgt widerwillig dem Fingerzeig des Spielers durch eine 3D-Landschaft. Mit Hilfe kleiner kugeliger Freunde, die als Projektile eingesetzt werden, sorgt Kotomon in der Spielwelt für Ordnung. Wie in den Katamari-Titeln werden die runden Genossen in den Spielwelt umher gerollt. Mit Augenmaß lassen sich diese auf rhythmisch zur Spielmusik wippende Gegner abschießen. Die Kegelei leidet allerdings – zähe Steuerung und immer wieder uneinsichtigen Blickwinkel verleiden den Spaß. Mal will der kleine rote Blob sich nicht bewegen, mal verdeckt eine Bergspitze das Geschehen.

Nerven diese Mängel bereits in frühen Spielstufen, treiben Sie den Spieler spätestens dann zur Weißglut, wenn die Landschaft nicht nur aus Bergen und Tälern besteht, sondern um Lavaseen und anderen Unfreundlichkeiten erweitert wird. Sobald eines der Knuddel-Projektile Magma kostet, ist das Spiel vorbei. Gleiches gilt, sobald Kotomon Feindkontakt erfährt. Ab der sechsten Spielstufe ist der stete Bildschirmtod allgegenwärtig. Im der Mehrzahl der Fälle jedoch nicht aufgrund der Unfähigkeit des Spielers, sondern ob des unausgereiften Spieldesigns und der mangelhaften Intelligent der kugeligen Gehilfen.

Die an Nintendos Pikmin erinnernde Niedlichkeit des Designs und die auf den zeitlos brillanten Rail-Shooter Rez verweisende minimalistische Elektro-Untermalung erschaffen eine wundervolle Spielwelt. Diese stellt sich jedoch bei näherer Betrachtung an zu vielen Stellen als unausgegoren heraus. Wenn Teile der Monster-Entourage sich in der Spielumgebung für den Freitod entscheiden und die Sippenhaftung das Game Over auf den Bildschirm bringt, möchte man sich nicht länger mit dem Titel auseinandersetzen.

Nachtrag (31.05.2012): Mit dem Update auf Version 1.1 haben Monstras Inc. nachgebessert. Das frequente in-die-Lava-Gerenne der kleinen Monster wurde abgestellt und so werden die entsprechenden Spielstufen endlich spielbarer. Unterm Strich ist Kotomon nun spielbarer, wenngleich die Steuerung noch immer zu Wünschen übrig lässt und wir erhöhen die Bewertung von 2 auf 3 Bewertungspunkte.

Rating: ★★★☆☆