Test: Razor: Salvation (Video)

In einer anderen Zeit, in einem anderen Jahrhundert, als die Demarkationslinie zwischen Peer-Groups nicht zwischen Twitter und Facebook sondern zwischen “Computer-Spasti” und “Vereinssportler” gezogen wurde, wussten Videospiele wie Beach Head noch öffentliche Entrüstung zu erregen. Die Spielmechanik, das stupide Anvisieren im Fadenkreuz und anschließende emotionslose Töten war vulgär wie faszinierend. Mit Razor: Salvation machen sich Blowfish Studios (@blowfishstudios) und Crescent Moon Games (@CM_Games) daran, ein Vierteljahrhundert später die stupide Faszination des bewegungslosen Pixelmordens auf iOS zu bringen.

Man weiß nicht, was soll es bedeuten. In Mitten von Hochhaustürmen, in einer anonymen Großstadt, die in Anflügen an New Mombasa erinnert, steckt der Spieler in einem Gefechtssturm, der sich um 360 Grad schwenken lässt. Ein Radar zeigt an, aus welcher Richtung sich Mutanten oder böswillig gesonnene Andersartige nähern, die es im Fadenkreuz zu fixieren gilt. Hat man Mutanten oder Invasoren mit Kimme und Korn im Fokus, wird die Mini-Gun abgefeuert und das Übel aus der Welt geräumt.

Im Anschluss gibt es weder eine offene Welt zu erkunden noch mit schnittigen Sportwagen und Busenwundern über Pisten zu hügeln. Statt dessen wird Blutgeld in die Verbesserung der Ausrüstung investiert, um Nachladezeiten zu verkürzen oder mit großkalibrigerem Geschütz gegen die Einfallenden einwirken zu können. Die Primitivität des Spielprinzips, dessen nicht vorhandene Komplexität sich bereits in der ersten Spielstufe erschöpfend erschließt, ist in so fern unglaublich, als dass es schwer nachvollziehbar ist, wie Zeit und Mühe in diesen stupiden Titel geflossen sein können. Denn schlecht aussehen tut Razor: Salvation keinesfalls.

Wer auf iOS Aggressionen abbauen möchte, kann dies mit Epoch., Shadowgun und oder N.O.V.A. 3 ganz hervorragend bewerkstelligen, Razor: Salvation mutet im Vergleich allenfalls wie ein jahrmarktliches Dosenwerfen an. Nach einer vollen Drehung um 360 Grad hat man die komplette Spielfläche gesehen und es geht nur noch darum, diese so lange wie möglich sauber zu halten. Die angepriesene KI der Gegner, die sich mit der objektbasierten Physik-Engine verbinden soll, ist nach drei Minuten Spielens herzlich egal. Razor: Salvation beleidigt die Intelligenz des Spielers in einem beeindruckenden Ausmaß.

Rating: ★★½☆☆