Test: Project 83113 (Video)

Das von den Stockholmer Fabrication Games (@fabricationgame) entwickelte und von WeMo (@Wemogames) und NC Soft (@NCsoftGames) vertriebene Project 83113 entführt den Spieler in eine dystopische Zukunft. Die Menschheit hat sich mit ihren genialen Erfindungen einen Schuss in den Fuß verpasst, der sich schließlich zu einer todbringenden Entzündung entwickelt hat: Die Maschinen haben ihre Herren unterjocht. Die im Labor gezüchtete Spezialwaffe 83113 Leetspeak für “Belle” soll es richten, und der Herrschaft der aufmüpfigen metallischen Usopatoren ein Ende bereiten – natürlich mit Waffengewalt.
Zunächst möchte man den Titel aufgrund der Spielmechanik in die Endless-Runner-Schublade wegsortieren, doch die wird alsbald zu klein. Das eigenständige Gerenne von Belle kann bewusst gestoppt und die Laufrichtung geändert werden. Das Bewegungsrepertoire umfasst in Wall-Jumps ausartendes Hüpfen, das Entlanggleiten auf dem Boden sowie kurze Sprints, um an den reichhaltig vorhandenen Roboter-Gegnern vorbeizuziehen. Schliesslich kann Belle im Sprung ihre Glieder ausbreiten und langsam und über größere Strecken zu Boden segeln. Äußerst gewöhnungsbedürftig ist hierbei, das alle Aktionen über Wischgesten initiiert werden.

Von größtem Vorteil sind die zwei überzähligen Arme, in denen Belle Schusswaffen trägt. Diese feuert sie automatisch und in jeder Situation auf entgegenkommende Roboter ab. Zusätzlich lassen sich Smartbombs und Streufeuer aktivieren und die Schiesseisen unter Einsatz im Spielverlauf gesammelter Währung aufleveln. Hier sind die Entwickler schwach geworden und haben der In-App-Versuchung nachgegeben. Das Abenteuer ist in räumlich klar eingrenzte Spielstufen segmentiert. Vier Abschnitte mit je neun Spielstufen gibt es zu erkunden. Zwischenzeitlich übernimmt der Spieler die Steuerung von Rob, einem pazifistischen Roboter, der schleichend ungesehen Waffenpläne für Belle beschaffen muss.

83773 spielt sich wie eine Kreuzung aus Canabalt, Super Meat Boy und Mega Man. Rasant, voller haarsträubend schwerer Stellen in weitläufigen aber linearen Spielstufen. Grafisch ansehnlich und technisch trotz hoher Geschwindigkeit einwandfrei ohne Ruckler, ist es einzig und allein die gewöhnungsbedürftige Wisch-Steuerung, die für Abzüge in der B-Note sorgt. Wenn sich dutzende Feinde und deren Projektile auf dem Bildschirm tummeln, während Belle mit Höchstgeschwindigkeit über den Bildschirm segelt, ist es schwer durch die Wischerei präzise Kommandos zu geben.

Rating: ★★★★½