Test: DEAD TRIGGER (Video)

MADFINGER Games (@madfingergames) machen eine beeindruckende Entwicklung durch. Nach den stetig hübscher werdenden Cel-Shading-Schnetzeleien Samurai: Way of the Warrior HD und Samurai II: Vegeance servierten die Tschechen mit Shadowgun beeindruckende Shooter-Kost mit Gears-of-War-Einschlag. Das lang erwartete DEAD TRIGGER krönt die bisherige technische Entwicklung. Mit einem beeindruckend genügsamen Speicherbedarf setzt der Zombie-Shooter auf Basis der Unity-Engine grafisch neue Maßstäbe im iOS-Gaming und verwischt die Grenze zwischen Konsole und Tablet.

Die Handlung ist banale Nebensache: Im einer Parallel-Realität ist im Jahr 2012 alles im Eimer. Sozial- und Wirtschaftssysteme sind kollabiert und zu allem Überfluss verwandelt ein Virus Menschen in seelenlose mordlüsterne Zombies. Spärlich bewaffnet erkundet der Spieler eine von fleischeslustigen Untoten bevölkerte Stadt und bettet die lebenden Leichen zur letzen Ruhe. Die Handlung ist in kurze Missionen von drei bis fünf Minuten Dauer segmentiert. Die Missionsziele beschränken sich auf das Verteidigen einer Position, das Bergen von Gegenständen oder gänzlich plump das Ummähen einer vorgegeben Zahl Untoter.

Die Spielstufen und Figuren beeindrucken auf den ersten Blick. Die Grafik ruckelfrei, die Texturen poliert, die Effekte auf dem Stand der Zeit. Allerdings sind die Spielstufen winzig, kein Vergleich mit dem Vorgänger Shadowgun oder einem Open-World-Titel wie The Amazing Spiderman. Doch mehr noch trübt den Spaß an der Grafikorgie: Das Aufstocken der anfangs lächerlichen Bewaffnung erfolgt nur gegen Bezahlung. Wer nicht per In-App-Kauf Echtgeld aufwenden möchte, muss wieder und wieder in den gleichen Abschnitten Zombies töten, um so mittels Grinden an das Geld zu kommen.

Zu Gute zu halten sind dem Titel die präzise Steuerung per virtuellem Analog-Stick und die soziale Komponente, über die sich Spieler nach vorheriger Registrierung miteinander vernetzen können – was jedoch ausdrücklich nicht Multiplayer-Modus bedeutet, der dem Titel fehlt. Wer sich auf einen Zombie-Shooter mit linearer Singleplayer-Kampagne gefreut hat, wird bitter enttäuscht. Statt dessen bietet DEAD TRIGGER unter einer beeindruckenden Fassade ein anspruchsloses und den Spieler gängelndes Nummern-Kabaret, das es einzig auf das Geld des Spielers abgesehen hat.

Rating: ★★½☆☆