Test: Yesterday (Video)

Mit Yesterday von Péndulo Studios (@pendulostudios), Entwickler der spielenswerten Runaway-Adventure-Serie, haben Bulkypix (@Bulkypix) einen klassischen Point-and-Click-Titel in ihr Portfolio aufgenommen, der vor allem Freunde der Baphomets-Fluch-Serie begeistern wird. Die Umsetzung des gleichnamigen PC-Adventures kreist um einen Psychopathen, der Obdachlose auf grausame Art tötet und hinter dem ein fanatischer Sektenkult steht. Millionenerbe Henry White und sein Freund Cooper machen sich zu Spielbeginn auf, die Hintergründe zu beleuchten.

Ganz oben auf der Zutatenliste für dieses Adventure-Menü steht die visuelle Präsentation. Péndulo blenden mit Videos, handgezeichneten Hintergründen, zahllosen Pop-Out-Grafiken und einem Stil, der 3D-Grafik und Cel Shading miteinander verbindet. Die Welt von Yesterday wirkt daher deutlich plastischer als die Umgebungen, die der Spieler in Baphomets Fluch erkundet. Auch Musik und Geräusche bestechen, das englische Voice Acting ist – im Gegensatz zur immer wieder holprigen deutschen Übersetzung – tadellos. Diese Opulenz hat jedoch ihren Preis, allein der Download der Spieldatei ist knapp ein Gigabyte groß, auf dem iPad angekommen reklamiert der Titel 1,2 GB Speicherplatz für sich.

Spielerisch bemüht man sich, es dem Spieler so einfach wie möglich zu machen. Auf Wunsch werden alle Punkte eingeblendet, an denen Henry, Cooper und später der amnesische John Yesterday per Fingertipp mit der Umgebung interagieren können. Wer festhängt, bekommt auf Wunsch Tipps als nützliche Hilfestellung. Die Spielmechanik ist Genre-Standard und schnell zu erfassen: Will man Gegenstände aus dem Inventar am oberen Bildschirmrand mit Objekten aus der Spielwelt verwenden, muss man diese lediglich aufeinander ziehen. Auch die Auswahl der Antworten in den zahlreichen Dialogen erfolgt mit einem Fingertipp.

Die sich langsam entwirrende Handlung springt zwischen Orten und Zeiten, ist spannend und abwechslungsreich. Das Lösen der Rätsel gelingt mit ein wenig Einfühlungsvermögen in das Genre gut. Was der Spieler allerdings mitbringen muss, ist viel Geduld, denn Yesterday ist voll von den Spielablauf verzögernden Elementen. Dialoge zwischen den Spielfiguren ziehen sich hin und bisweilen muss man ganz genau hinsehen und zwei mal suchen, damit kein später benötigtes Objekt liegen bleibt. Am Ende jedoch ist Yesterday für mehr als sechs Stunden spannende Adventure-Unterhaltung gut. Der richtige Titel für verregnete Sommerwochenenden.

Rating: ★★★★☆