Test: MANOS The Hands of Fate (Video)

Versoftungen, iOS-Umsetzungen von Filmen, gibt es wie Quallen im Meer. Die Versuchung für Entwickler ist groß, sich eines zugkräftigen Namens zu bedienen und selbst mit einem mäßigen Titel auf kommerziellen Erfolg hoffen zu können. Mit MANOS The Hands of Fate gehen FreakZone Games (@FreakZoneGames) den entgegengesetzen Weg. Mit ihrem Titel adaptieren Sie die Geschehnisse eines gleichnamigen Films aus dem Jahr 1966, der als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten gilt. Es kann also nur besser werden.

Aller Anfang ist NES und für FreakZone Games bewusstes Stilmittel: Die ersten Spielbildschirme verweisen auf Zelda II: The Adventure of Link. In der Seitenansicht macht sich die Hauptfigur Mike bei stark eingeschränkter Farbpalette auf den Weg, die mit dem Auto vom Weg abgekommene Familie wieder auf den rechten Weg zu bringen. Die Steuerungsmöglichkeiten sind auf Bewegungen nach links und rechts beschränkt. Per Knopfdruck hüpft oder schießt der Protagonist in der kargen Kulisse in 8-Bit-Anmutung.

Der Spielablauf erinnert an die ersten Castlevania-Teile. Mit hohen Anforderungen an Timing und Koordination geht es über Plattformen und Abgründe. Bedauerlich, dass die virtuellen Knöpfe sehr klein sind und eng aneinander liegen – leicht kommt es in hektischen Sequenzen zu Fehlsteuerungen. Viele der unnötigen Steuerungs-Ärgernisse kompensieren FreakZone jedoch mit der großen Liebe zur 8-bit-Ära, die aus fast jedem Pixel spricht. Der Spielverlauf hält sich eng an die Filmhandlung, wann immer sich Film-Elemente einbinden lassen, tauchen Sie im Spiel auf.

Manos zitiert das Schönste und Schlimmste aus Goonies II, Castelvania II Simon’s Quest und Super Mario Bros 3. MANOS The Hands of Fate ist voller Geheimgänge, tödlicher Fallen und Extraleben, aber auch den von je her verhassten Passagen, in denen sich Feinde ausgerechnet bei Sprüngen über Plattformen über tödlichen Abgründen ein mörderisches Stelldichein geben. MANOS The Hands of Fate ist Retro-Gaming in Reinkultur, ein Titel, der aus der Zeit fällt und das Spielerlebnis im Plattformergenre auf seine Grundelemente zurückführt. Damit amüsieren können sich nur Sadisten, oder die, die sich in Kindheit und Jugend vor dem Fernseher mit dem NES-Controller die Hände schwielig gespielt haben.

Rating: ★★★☆☆