Test: Bastion (Video)

Das kleine Entwicklerstudio Supergiant Games (@SupergiantGames) landete im Sommer 2011 mit Bastion einen Volltreffer auf Xbox Live Arcade. Das atmosphärische Hack-and-Slay mit Rollenspiel-Elementen wurde von Spielern und Kritikern gleichermaßen gefeiert. Den Weg auf das iPad hat die Umsetzung schadlos überstanden; auch die Hürde Touch-Steuerung haben Supergiant Games gemeistert. Die actionreiche Reise des stummen Helden auf der Suche nach der Ursache für die Zerstörung seiner Welt spielt sich auf dem iPad, als sei der Titel eigens für das Tablet entworfen.

Nach Hereinbrechen der Katastrophe Calamity ist Old World in viele Teile zerbrochen. Dreh- und Angelpunkt für die Streifzüge des stummen Kid in die Landesteile ist die Bastion, wo er nach und nach verschiedene hilfreiche Bauwerke entstehen lässt. In der Schmiede verbessert er die Qualität seiner Waffen, in der Destille ersteht er stärkende Tränke, im Schrein findet Kid göttlichen Beistand, der jedoch zweischneidigerdings auch die Gegner erstarken lässt. Durch eine Auswahl von Nah- und Fernkampf-Waffen und deren selektiver Aufrüstung kommt Taktik ins Spiel. Ebenso in den Kämpfen, in denen Kid zudem Extras verwenden und ein schützendes Schwert einsetzen kann.

Was Bastion auszeichnet, und maßgeblich zum Erfolg des Titels beitrug, ist die Vermittlung des Spielgeschehens. Ein Erzähler mit Reibeisen-Stimme kommentiert fast alle Handlungen von Kid situativ. Auch die Präsentation der Spielwelt im isometrischen Landstalker-Look beeindruckt nach wie vor. Die Spielfläche schwebt in einem Meer aus Nichts und baut sich Stein um Stein vor den Füßen der Spielfigur auf. Das Zusammenwirken beider Faktoren erzeugt ein beeindruckend atmosphärisches Spektakel, das in den besten Momenten die staubige Trockenheit von Last Man Standing vermittelt.

Bastion ist ein atmosphärisches Hack-and-Slay reinsten Wassers. Die Erkundungsgänge von Kid verkehren sich meist nach wenigen Schritten in Schlachten gehen dutzende Gegner. Die sich nach und nach aufdeckende Hintergrundgeschichte hält den Spieler jedoch stets bei Laune, so das der Titel nie zum oberflächlichen Gemetzel verkommt. Im Zusammenspiel mit der handgezeichneten Grafik und dem abwechslungsreichen Soundtrack von Darren Korb ergibt sich ein uneingeschränkt empfehlenswerter Titel, dem die Portierung auf das iPad bestens zu Gesicht steht.

Rating: ★★★★½