Test: Dead Space HD (Video)

Bevor Iron Monkey Studios (@TheIronMonkeys) mit Firemint (@firemint) von EA Mobile (@eamobile) zum Studio Firemonkeys (@TheFiremonkeys) verschmolzen wurden, bevor sie mit Mass Effect Infiltrator einen annehmbaren aber lieblosen iOS-Shooter umsetzten, machten sich die Australier an einen Port von Dead Space (App Store) für das iPad. Atmosphärisch hat der Horror-Shooter bei der Umsetzung nichts eingebüßt, noch immer ist die Hose des Spielers randvoll, wenn Vandal als Ein-Mann-Rettungskommando durch von ausgehungerten und sprunghaften Aliens verseuchten Minenschächte schleicht, versucht seine Haut zu retten und nebenbei den Grund für die apokalyptische Ausgangssituation zu ermitteln.

Hilfreich beim Überleben sind Vandals Handwerkszeug und Schutzanzug. Letzterer hat die Gabe, die eigenen Reflexe zu beschleunigen. In der Konsequenz verlangsamt sich die Zeit in Spielwelt – in Zeitlupe lässt es sich präziser töten. Bei den zu effektiven Mordinstrumenten umfunktionierten Lasercuttern und Disc-Rippern zählt indes jeder Einsatz, denn Munition ist begrenzt und rar gesät in der schlecht beleuchteten Spielwelt. Für den Fall der Ausweglosigkeit oder zur derben Belustigung lassen sich feindliche Gliedmaßen mit der Plasmasäge SH-B1 abtrennen oder mit gezielten Stiefeltritten zurückweisen. Die einfachen Freuden des kleines Minenarbeiters.

Hinsichtlich der Steuerung bemüht man sich um Innovation und Adaption, wenn mit Wischgesten über die Gegner die Plasmasäge Anwendung findet oder sich der tödliche Flug des Sägeblätter aus dem Disc-Ripper steuern lässt. Das Nachladen der Projektilwaffen und das Zielen erfordern jedoch Nachsicht und Feingefühl. Beides Eigenschaften, die der Horror-Titel sonst weitestgehend ausschließt. Dafür hat die Rollenspiel-Komponente überlebt, aufgesammelte Energieknoten lassen sich zum Aufmotzen von Waffen und Anzug einsetzen. Aufgrund der Ressourcenknappheit spielt sich Dead Space eher wie Splinter Cell Conviction (App Store) denn wie Doom Resurrection (App Store). Statt blindwütiger Ballerei ein von Horrorvisionen durchzogener Schleichtrip.

Grundsätzlich sollte man den Titel und seinen Nachfolger in jedem Fall auf der Xbox360 genießen, wo in allen Bereichen mehrere Schippen drauf liegen und die Steuerung besser sitzt. Die iPad-Version ist eine sinnvoll abgespeckte lineare Variante, die jedoch Vieles und Vielfältiges vom Guten der großen Version rettet. Selbst mit der Lasersäge bearbeitet gehören die Iron Monkeys allerdings für den Umstand, dass das 825 MB große Spiel ohne iCloud-Unterstützung daher kommt. Kein anderer iOS-Tiel bietet vergleichbare Bangemacherei. Wer die Konsolenversion nicht spielen kann, sollte sich auf dem iPad die Hucke voll Angst abholen.

Rating: ★★★★☆