Test: The Room (Video)

Mit ihrem iOS-Erstling The Room (App Store) haben die Engländer von Fireproof Games (@Fireproof_Games) einen Volltreffer gelandet. In atmosphärischer Umgebung gilt, es ein vielschichtiges Rätsel zu lösen. Zu Beginn wird der Spieler mit einem kunstvoll verzierten Kästchen konfrontiert, das es zu untersuchen gilt. Bei näherer Betrachtung und freier Rotation im Raum zeigen sich unscheinbare Knöpfe, die komplexe Mechanismen in Gang setzen – so kommt die fesselnde Kopfnuss ins Rollen.

Rätselvolle Schmuckkästchen und Truhen sind lediglich Wegbereiter und sollen mit der Spielmechanik vertraut machen. Vieles der Spielmechanik, die auf Schieben, Drehen und Wenden setzt, erinnert an das hervorragende Cogs HD (App Store) und in der Tat kommen auch vereinzelte Verschiebepuzzle vor. Grundsätzlich geht es in The Room jedoch um Schlüssel und Schlösser in vielfältigen Variationen. Puzzleteile wollen platziert, Schlüssel geformt und Gegenstände be- und durchleuchtet werden.

Ein stetiger Begleiter des Spielers ist eine Sehhilfe, die in anderen Dimensionen Verborgenes sichtbar macht. Mit dem Wunder-Monokel beschaute Flächen geben im korrekten Betrachtungswinkel Hinweise und Schalterkombinationen frei, ohne die es nicht voran geht. Wie bei einer Matroschka-Puppe entfaltet sich mit jedem Lösungsschritt eine neue Ebene, man dringt tiefer an den Kern des Geheimnisses. Diese Linearität ist zugleich der größte Schwachpunkt des Titels: Es gibt kein Beiwerk – alles in The Room ist zielführend.

Gemessen am vergleichsweise hohen Preis ist The Room denn auch ein kurzer Spaß – besonders für Ungeduldige, die von der Hilfefunktion Gebrauch machen können. Dennoch amüsiert man sich rund anderthalb Stunden vorzüglich und hofft, wie im Fall von Forever Lost, dass die Entwickler schnell nachlegen, denn der Titel ist auf eine Fortsetzung ausgelegt, das Ende entsprechend offen. The Room nimmt den Spieler gefangen und lässt ihn die Zeit vergessen, mehr kann man von einem Spiel nicht verlangen.

Rating: ★★★★½