Test: Sonic Jump (Video)


Erstmals erschein Sonic Jump [App Store] im Jahr 2005, um japanischen Feature-Phone-Besitzern zu ihrer täglichen Igel-Dosis zu verhelfen. Aufgrund der beschränkten Hardware der Mobiltelefone von einst, die im Gegensatz zu heute nachrangig Spielkonsolen waren, war das Spielgeschehen einfach gehalten. Sonic hangelte sich springend von Plattform zu Plattform, sammelte auf dem Weg nach oben goldene Ringe ein und plättete im Vorbeihüpfen aus den Videospielen bekannte Feinde. Nach sieben Jahren hat SEGA (@SEGA) den Titel vom hauseigenen Solihull-Studio Hardlight auf iOS umsetzen lassen.

Welcher Teufel mag SEGA geritten haben, gerade diesen Titel für einen iOS-Release auszugraben? Ein Endless-Running-Game ist Stile von One Epic Knight [App Store] oder Temple Run [App Store] wäre naheliegend und passte perfekt zum rennenden Igel. Doch statt einer solchen Eigenentwicklung, poliert man einen betagten Titel auf, der in vielen Belangen an das nicht aus Charts zu vertreibende Doodle Jump [App Store] oder das kostenlose Mega Jump [App Store] erinnert. So richtet sich der SEGA-Titel denn auch vorrangig an Freunde leichtester Unterhaltung.

Zwei Spielmodi stehen zu Auswahl. Im Adventure-Mode muss der Spieler sich durch vier aus den Sonic-Spielen bekannten Spielstufen durchschlagen, an deren Ende jeweils Dr. Eggman zu bezwingen ist. Der Arcade-Mode ist eine Endlos-Hüpferei, bei der man sein Durchhaltevermögen mit dem seiner Freunde messen kann. Spielerisch geben sich die beiden Modi nicht viel, es geht über brüchige und solide Plattformen aufwärts, vorbei an Feinden und Widrigkeiten wie Stachelfeldern und Ventilatoren. Auch grafisch ist Sonic Jump kein Ruhmesblatt, auf iPad 2 und iPhone 4S wirken die Sprites etwas verwaschen, als seien sie lediglich hochskaliert.

Eingesammelte Ringe lassen sich in Boni eintauschen, die als Lebensversicherung oder Punkte-Multiplikator dienen. Durch das von Jetpack Joyride etablierte Missionssystem soll der Spieler bei der Stange gehalten werden, selbst wenn er in einem Level frequent scheitert. Alternativ lässt sich der Weg durch Ringe oder echtes Geld freikaufen. Sonic Jump ist eine nette, gewaltfreie Spielerei, die jedoch Jahre zu spät erscheint. Originelles oder Neues weiß Sega gegen die Konkurrenz nicht ins Feld zu führen, so dass Sonic Jump Spieler lediglich zu einem gleichgültigen Achselzucken bewegt.

Rating: ★★★☆☆