Test: Crazy Taxi (Video)

Im Entenmarsch zuckeln Dreamcast-Klassiker in den App Store. Nach Fur Fighters: Viggo on Glass hat SEGA (@SEGA) sein Crazy Taxi (iTunes Store) für iOS wiederbelebt. Der 1999 von Hitmaker für die Spielhalle konzipierte und 2000 für SEGAs schönste Konsole erschienene Arcade-Racer begeisterte durch kurzweilige Action, knalliges und aalglattes 3D sowie einen pubertären Soundtrack, der der Tony-Hawks-Pro-Skater-Reihe das Wasser reichen konnte. Auch nach einem Dutzend Jahren entflammt die alte Liebe zur wilden Fahrt aufs Neue.

Als Taxifahrer in der fiktiven amerikanischen Küstenstadt West Coast obliegt es dem Spieler, Fahrgäste möglichst schnell an das Ziel ihrer Wahl zu bringen. Mit einer Simulation im Sinne von Landwirtschafts-Simulator hat das Spielgeschehen jedoch rein gar nichts zu tun. Weder Fahrphysik noch Kundenverhalten haben einen Bezug zur Realität. Statt dessen geht es um Vollgas, Rampen und versteckte Abkürzungen, die durchaus über den Boden des Hafenbeckens führen können. Wer sich daran stört, der sollte statt dessen seine Runden mit Real Racing drehen und zum Lachen den Keller aufsuchen.

Beflügelt vom rotzigen wie mittlerweile betagten Alternative-Soundtrack versucht der Spieler entweder im Original-Modus in drei, fünf oder zehn Minuten möglichst viele Kunden zufrieden zustellen, oder er kämpft im Arcade-Modus gegen ablaufende Zeit, die jedoch durch hervorragende Leistungen wieder aufgefüllt werden kann. Im Crazy-Box-Modus indes sind absurde Aufgaben zu erfüllen: Wer bei Sprüngen über Rampen brillieren oder mit dem Taxi übergroße Bälle durch Stadien schießen möchte, muss die Steuerung und deren Finessen perfekt beherrschen.

Die Steuerung ist jedoch die Achillesverse, die Crazy Taxi auf dem iPad ins Schlittern geraten lässt. Die vielbenötigte Manöver-Kombination aus Crazy Drift und Crazy Dash, die einst auf dem Dreamcast-Joypad im Schlaf von den Fingern ging, will über die fest positionierten virtuellen Knöpfe auf dem iPad nicht so recht gelingen. Die Alternative Steuerung über den Neigungssensor ist weitestgehend unbrauchbar und bietet keine Option zur Feineinstellung. Für die lässige Raserei durch die sommerliche Stadt taugt der Titel allerdings allemal, man darf Crazy Taxi eben auf dem iPad nicht so ernst nehmen, dafür ist es ja auch Crazy Taxi.

Rating: ★★★½☆