Test: Gear Jack (Video)

Mit dem Label Forest Moon Games beschreiten Crescent Moon Games (@CM_games) neue Wege und versuchen ein Label für Casual-Titel zu etablieren. Eine der ersten Veröffentlichungen ist Gear Jack [App Store] von Piwot Games (@piwotgames). Canabalt trifft auf Super Meat Boy, wenn der knuddelige Hausmeister-Robotor Gear Jack aus einem sich zerstörenden Raumschiff entkommen muss. Angesichts eines Fluchtwegs voller Todesfallen ein Himmelfahrtskommando, denn jeder falsche Schritt, jeder zu kurze Sprung, jede zu langsame Reaktion versetzen den Spieler zurück an den Anfang der jeweiligen 30 Spielstufen.

Jack läuft von alleine, kann über zwei große Knöpfe springen und sich ducken, um Hindernissen wie Stachelgruben und Säurebädern auszuweichen. In haarigen Situationen, eher die levellange Regel denn die Ausnahme, lässt sich die Zeit verlangsamen und Manöver in größerer Präzision ausführen. Gespickt sind die Spielstufen zudem mit hinterlistigen Fallen, deren Position es auswendig zu lernen gilt: Ein Schritt auf einen dezenten Schalter und Gear Jack wird von einer hydraulischen Presse zermalmt – zurück zum Anfang der Spielstufe.

Weitere Hektik erzeugen fallende Trümmerteile und Schalter, die der Spieler durch Tippen auf den Bildschirm beseitigen respektive aktivieren muss. So werden komfortable Steuerungshaltung und höchste Konzentration immer wieder aufgebrochen. Eigentlich unüberwindbare Hindernisse meistert der kleine Roboter indem er, ganz Guitar Hero, den richtigen Knopf drückt, sobald die Spielfigur in eine definierte Zone eintritt. In Serie setzen solche Reflexetests dem ohne ohnehin schwierigen Unterfangen die Krone auf.

Linderung von der Schwierigkeitsqual verschafft ein Ausrüstungssystem. Gear Jack kann an die Anforderungen der jeweiligen Situation angepasst werden, indem sich seine Fähigkeiten unterschiedlich gewichten lassen. Je nach Bedarf kann Jack schneller Laufen, höher springen oder die Zeit länger verlangsamen. Spielerisch erinnert vieles an das ebenfalls erbarmunsglose Wind-up Knight App Store. Immer wieder ist das Leveldesign anspruchsvoll bis zur Unfairness, doch bevor man das iPad frustriert in die Ecke feuert, ist man schon längst im nächsten Durchlauf.

Rating: ★★★★☆