Test: Bladeslinger Ep. 1 (Video)

Viel Mühe haben sich LumaArcade (@LumaArcade) mit Bladeslinger [App Store] gegeben, viel Zeit investiert. Auch Publisher Kerosene Games (@kerosenegames) haben mit einer erweiterten Beta-Phase – der Titel war einen Monat lang exklusiv im kanadischen App Store kostenlos erhältlich, um Feedback der Nutzer einzufangen – zum Schleifen beigetragen. Die Arbeit hat sich gelohnt, zumindest oberflächlich stimmt alles: ein origineller Action-Mix aus Western und Steampunk, durchzogen von verwachsenen Mutanten, denen der aus dem Krieg heimgekehrte Held William Glaston nur mit Gewalt beikommen kann.

Die ersten Spielmomente sind grafisch beeindruckend und zeigen, dass es nicht immer die Unreal-Grafik-Engine sein muss. Auch bei der Steuerung wandelt man jenseits der Norm und verwirft das virtuelle Steuerkreuz zu Gunsten einer Ein-Finger-Touch-Steuerung, die jedoch einiger Gewöhnung bedarf. In den Kämpfen, bei denen sich häufig mehrere Gegner gleichzeitig ein Stelldichein geben, kommt die von Infinity Blade etablierte Wisch-Technik zum tragen, zudem führt Glaston ein Schießeisen mit sich. So weit so schön, so spielenswert, wenngleich die Steuerung schwer zu beherrschen ist.

Die unangenehme Seite des Titels entstammt einem der unrühmlichen Kombination von hohem Schwierigkeitsgrad und fehlender Selbstheilung. Auffrischen der Gesundheit, verbesserte Fähigkeiten, Upgrades für Waffen oder Kampftechniken – alles Bedarf der In-App-Währung und die ist knapp in der Spielwelt. So knapp, dass man aus einem hektischen und unkordinierten Wisch-Kampf gegen mehrere Gegner kaum Gewinn ziehen kann, weil die Beute für das Flicken des Helden draufgeht. So entsteht ein fader Beigeschmack von Dead Trigger.

Die schöne Grafik, die sogar bis in die animierten Hintergründe reicht, reicht nicht aus, um Bladeslinger aus der Mittelmäßigkeit zu heben. Zu linear ist Niedermetzeln der immer gleichen Gegner. Zu unausgegoren und unpräzise die Steuerung in Kämpfen. Vor allem aber der schlecht ausbalancierte Schwierigkeitsgrad und die daher omnipräsenten In-App-Käufe nerven. Alles, was Bladeslinger zu bieten hat, gibt es auch andernorts. Eine weitere Spielwelt, präzisere Steuerung und weniger In-App-Gängelung hätten dem Titel gut getan.

Rating: ★★★☆☆