Test: Relic Rush (Video)

RelicRush00Einfach sein, muss nicht nicht einfach sein. Mit Relic Rush [App Store] schieben Forest Moon Games (@CM_games) einen Plattformer von Jason Pickering (@JasonP) in den App Store, der auf einen flüchtigen Blick unscheinbar und harmlos anmutet, es aber in sich hat. Einfachheit ist das Credo: Die Grafik ist selbst für Pixelart auf ein Minimum reduziert und mutet im Vergleich mit Pixel People [App Store] archaisch an. Die Steuerung lässt sich mit einem Finger bewältigen und das Spielprinzip erinnert an den wunderbar minimalistischen Flash-Titel One Button Bob [App Store]. Relict Rush bringt das Plattformer-Genre auf den kleinsten gemeinsamen iOS-Nenner.

RelicRush01Vom ersten Spielmoment an brennen sich die Chiptunes-Klänge in das Hirn, während der Spieler seinen Indiana Jones Hut richtet und sich in den Tempel des Pixel-Todes macht. Selbsttätig rennt der abenteuerlustige Pixelhaufen los, klettert Leitern empor und hechtet über Abgründe. Aufgabe des Spielers ist es lediglich, der Erkundungswilligen zu bändigen. Per Druck auf das Touch-Display hält der rasende Abenteurer inne und läuft erst wieder los, sobald der Finger vom Display gehoben wird. So geht es durch mehr als 100 Spielstufen, die sich über fünf Welten verteilen – allerdings auch nie größer als der Bildschirm sind.

RelicRush02Je schneller der namenlose Abenteurer durch Urwälder, Geisterhäuser oder die Arktis stürmt, desto höher fällt die Belohnung aus. Am oberen Bildschirmrand führt ein stetig schwindender Balken dem Spieler die Flüchtigkeit der Zeit konsequent vor Augen und mahnt zu Eile – was in den meisten Fällen Flüchtigkeitsfehler und den Tod des kleinen Mannes zu Folge hat, der aus Jungle Hunt oder Ice Climber entsprungen scheint. Wenn sie durch Kröten, Schneebälle oder andere Bösartigkeiten umkommt,  wird die Spielfigur an den Anfang des aktuellen Spielbildschirms zurückgesetzt. Erst wenn alle Spielstufen einer Zone absolviert wurden, gibt es das namensgebende Schmuckstück als Prämie.

RelicRush03Grundsätzlich richtet sich Relic Rush an analfixierte Speedrunner und Highscorejäger, für die es keine größere Freude gibt, als der Beste zu sein. Angesichts dieser Ausrichtung mutet es schier unbegreiflich an, dass Pickerings Titel Apples GameCenter bislang nicht unterstützt. Keine Herausforderungen, keine Prahlerei. Auf Twitter hat der Entwickler jedoch angekündigt, sich mit diesem Thema auseinandersetzen zu wollen. Bis es so weit ist, bleibt Relic Rush harmlose Plattformer-Unterhaltung, denn nur eine Splittergruppe dürfte sich dadurch motivieren können, in einer kargen Spielumgebung die eigene Bestzeit zu schlagen.

Der Stromstock meint:
★★★☆☆