Test: QuestLord (Video)

QuestLord_00In der guten alten Zeit war das Wetter egal, denn man treib sich ohnehin unter der Erde herum. Stundenlang erkundete man die weitläufigen virtuellen Gemäuer in Dungeon Master und Eye of the Beholder auf dem Commodore Amiga oder A Shining in the Darkness auf dem Sega Mega Drive und sorgte sich bei jedem Schritt darum, dass es er letzte sein könnte. Auf iOS erleben Dungeon Crawler gerade ein großes Revival und mit QuestLord [App Store] wirft Entwickler Eric Kinkead als LavaLevel (@LavaLevel) seinen Hut in den Ring. Also: Rasse wählen, Marschverpflegung in der Kneipe kaufen und ab in den Dugeon, Monster meucheln.

QuestLord_06Kinkead ist verliebt in die Klassiker und so tropft aus jedem Pixel Nostalgie. Als Mensch, Zwerg oder Elf – je mit unterschiedlichen Werten in drei Charaktereigenschaften – geht es darum, das Böse, das die Welt befallen hat, zu besiegen. Schritt für Schritt geht es durch die isometrische Welt, deren Spielfiguren entweder Aufträge zu vergeben haben – die meist um das Töten eines bestimmten Monsters kreisen – oder mit denen man im Plausch lukrative Geschäfte aushandelt, um Ausrüstung und Fähigkeiten zu verbessern. Schon nach kurzem Spielen wird allerdings klar, dass die Handlung von QuestLord vergleichsweise dünn angerührt ist.

QuestLord_02Die zahllosen Kämpfe gegen riesige Ratten, anthropomorphisierte Bäume und Skelette laufen klassisch rundenbasiert ab – auf die Schnauze bis einer umfällt. Attacken werden durch Wischgesten ausgeführt. Die Bewegung durch die Spielwelt erfolgt über vier Pfeiltasten und – Fortschritt sei Dank – wird der zurückgelegte Weg automatisch kartographiert. Jede Spielfigur beginnt seine Reise in einem anderen Teil der Spielwelt und mit mehr als 150 Karten ist der Spieler lange beschäftigt. Wer es hingegen eilig hat und auf die Handlung pfeift, macht sich im Quick-Game-Modus mit einem hochgezüchteten Recken direkt ans Werk, die Kerker auszumisten.

QuestLord_03Bisweilen wirkt es, als habe Kinkead seinen Titel etwas früh veröffentlicht. An einigen Stellen – vor allem in den Interfaces – fehlen Feinschliff, Spucke und Politur. Ärgerlicher ist allerdings die Entscheidung des Entwicklers einen Grafikfilter zu verwenden, der die Farben der Retrografik verwaschen und matschig aussehen lässt. Dennoch ist QuestLord vor allem für Neulinge ein grundsätzlich empfehlenswerter Einstieg in das Genre und ein Vierteljahrhundert nach Dungeon Master eine gute Möglichkeit zu erfahren, was die Faszination des durch den Kerker Schleichens ausmacht.

Der Stromstock meint:
★★★½☆