Test: I. Gladiator (Video)

I_Gladiator00Früher war bei weitem nicht alles besser. Vor allem viele gut gebaute Sklaven im alten Rom hatten es in der Antike schwer. Als Folge dekadenter Langeweile war es durchaus möglich, dass sich die Unterjochten in einer Arena im Kampf um Leben und Tod wiederfanden. So auch in I. Gladiator [App Store], bei dem Steel Monkeys (@I__Gladiator) den Spieler in den Rolle eines Arena-Kämpfers schlüpfen lassen, der sich in Kämpfen seiner Haut erwehren und es im antiken Rom zu Ruhm und Ehre bringen muss. Schwert und Helm geputzt und ab in das Kolosseum.

I_Gladiator01Relativ alternativlos gestaltet sich das Leben von Rufus dem Gladiator. Sieg oder Tod lautet die Devise von I. Gladiator, das sich spielerisch eng am Genrekönig Infinity Blade orientiert. Über Wischgesten wird Rufus während seiner zahllosen Kämpfen zu Schwertstreichen angehalten, durch komplexere Gesten führt er mächtige Angriffe aus und wenn es sein muss, dann wird auch geblockt. Der Waffen besiegter Gegner kann sich der Sklave bedienen, die Auswahl reicht von Schwertern über Lanzen bis hin zu Morgensternen. Verbunden werden die Kämpfe durch eine annehmbare Hintergrundgeschichte – die Dialoge natürlich auf Latein.

I_Gladiator02Bei der Präsentation tischen Steel Monkeys opulent auf: Cel-Shading-Grafik, ansprechend texturierte Arenen, ansehnliche Animationen, knackige Schlachtgeräusche und packender Soundtrack. Unterm Strich reklamiert man für dieses Vergnügen allerdings 1,5 Gigabyte Speicherplatz. Spielerisch erreicht I. Gladiator nicht die Präzision und damit einhergehende Intensität von Infinity Blade. Dafür ist das Kampfgeschehen hier komplexer und bezieht Wahl der Waffen, Interaktion mit Umgebungsobjekten und Kenntnisse der Schwachpunkte der Gegner mit ein. Gegner auf die Palisade aufspießen? Aber bitte!

I_Gladiator03Der Schwierigkeitsgrad von I. Gladiator ist unangenehm hoch. Böswillige mögen unterstellen, dass dies den Spieler – wie im unrühmlichen Fall von Bladeslinger – dazu drängen soll, die Spielfigur mit besserer Ausrüstung und Fähigkeiten auszustatten. Diese können hart erarbeitet, denn Gold und Silber verdient sich nur langsam im Spiel, oder über In-App-Purchases schnell erstanden werden. Ein wenig Balancing zu Gunsten des Spielers, wäre hier wünschenswert. Doch dem unbenommen ist I. Gladiator ein komplexes und höchst ansehnliches Kampfspiel, das jedoch nur Spielern, die sich auf das Knacken von harten Nüssen verstehen, ans Herz gelegt werden kann.

Rating: ★★★½☆