DiaryAufmacherWer sich wundert, wo die ganze Zeit hin ist oder zu einem späteren Zeitpunkt resümierend auf das Leben zurückblicken möchte, sollte ein Tagebuch führen. Praktischer noch ist der Einsatz einer Tagebuch-App, die nicht nur persönliche Einträge aufnimmt, sondern im besten Fall die Datenbanken des Systems abgrast, um Geschehenes in einem persönlichen Zeitstrom darzustellen. Drei empfehlenswerte Kandidaten für das persönliche digitale Tagebuch sind die Universal-Apps Day One und Remembary sowie die iPhone-App Momento.

Bereits beim ersten Start von Day One – Journal [App Store] (@dayoneapp) von Bloom Built schmeichelt die ansehnliche Bedienoberfläche dem Auge. In einem Zeitstrom stellt die App über die Bedien-Oberfläche geschossene Fotos und vorgenommene Tagebucheinträge dar. Automatisch erfasst die App den Ort, an dem ein Eintrag vorgenommen wurde und webt einen Kartenausschnitt sowie auf Wunsch das Wetter in die Tagebuchseite ein. Durch die von Twitter bekannten Hashtags lassen sich Einträge zwecks schnelleren Wiederauffindens verschlagworten. Überdies unterstützt DayOne die Auszeichnungssprache Markdown sowie die Schnelleingabe per TextExpander Touch [App Store] und gleicht per iCloud oder Dropbox den Datenbestand zwischen iOS-Geräten und der Mac-Version ab. Über ein Passwort lassen sich Inhalte auch bei Verlust des iOS-Geräts vor neugierigen Blicken sichern. Leider kann die von Apple als eine der besten Apps des Jahres 2011 ausgezeichnete Anwendung keine Daten von System- oder Webdiensten – mit Ausnahme von Foursquare – einlesen. Wer sich mit dieser Einschränkung arrangieren kann, findet keine schönere Tagebuch-App im App Store, die überdies mittels Push-Mitteilungen daran erinnert, Einträge vorzunehmen.

Deutlich automatisierter als bei Day One geht es bei Remembary Connected Diary [App Store] (@remembary) von Shindig Digital Constructions zu. Bereits bei Start bittet die App um Zugriff auf die auf dem iPhone gespeicherten Fotos sowie auf Einträge aus dem Kalender. Auch Tweets und Statuseinträge von Facebook liest die App auf Wunsch ein. In der Folge kann man bereits nach dem ersten Start durch ein vollgeschriebenes Tagebuch blättern. Auch RSS-Feeds lassen sich in die persönliche Timeline einweben, so dass beispielsweise die wichtigsten weltpolitischen Geschehnisse bei der Rückschau auftauchen. Trotz all der Automatisierung, kann man jedoch auch klassisch Einträge vornehmen. Anwender haben die Wahl aus zahlreichen Designs, von denen aber keines an die schlichte Klasse von Day One erreicht. Auch eine gemeinsame Einblendung aller Ereignisse wie in Day One fehlt. Statt dessen lassen sich Ereignisse nur gruppiert nach Quelle separat betrachten. Wer den praktischen Nutzen jedoch der Schönheit vorzieht, liegt mit Remembary richtig.

Leider, leider ist Momento (Diary/Journal) [App Store] (@MomentoApp) von d3i noch nicht für das iPad erhältlich, so dass man bislang mit der iPhone-App vorlieb nehmen muss. Das Verfassen von Tagebucheinträgen ist möglich, interessanter ist jedoch – wie bei Remembary – die Möglichkeit, die App mit Webdiensten und sozialen Netzwerken zu verknüpfen. So wandern Tweets, Instagram- und Flickr-Bilder sowie FourSquare Check-Ins und andere Netzspuren automatisch in die Timeline. Ohne weiteres Zutun ergibt sich auch bei Momento ein prall gefülltes Tagebuch. Zudem lassen sich RSS-Feeds auch in Memento einklinken, um so automatisch Nachrichten in das Tagebuch einzutragen. Personen und Orte lassen sich mit Tags, Einträge mit Bewertungen versehen. Die Bedienoberfläche ist schlicht, schnörkellos und durchweg funktional. Die Entwickler arbeiten seit langem an einer iPad-Version, wollen jedoch nicht auf Dropbox oder iCloud setzen, sondern eine eigene Sync-Lösung verwenden.