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Es ist  ein schwieriges Unterfangen, andere mit bloßen Worten von der Großartigkeit von Towelfight 2 – The Monocle of Destiny [App Store] von Butterscotch Shenanigans (@BScotchShenani) zu überzeugen. Augenfällig ist der Titel mit dem sperrigen und verwirrenden Namen – es gibt keinen ersten Teil und Handtücher spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle – wenig attraktiv. Dafür strotzt der Titel aber vor spielfreudiger Videospiel-Liebe, wie es nur eine Independent-Produktion vermag. Ein Titel den drei Brüder programmieren, weil es sonst keiner tut und sie ihn selbst gerne spielen möchten. Remember Mikey Shorts?

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Prinzipiell ist Towelfight 2 ein Dual-Stick-Shooter. Der Spieler steuert den distinguierten mit Monokel ausgestatteten Hardik über eine riesige labyrinthische Karte, die sich aus bildschirmgroßen Arenen zusammensetzt. Ballerei ist das Tagesgericht, wobei sich Hardik seiner Sehhilfe bedient. Wollte man in die Tiefe gehen, erklärte man, dass Hardik sein Monokel – im Spielverlauf kommen weitere hinzu – mit Tieren bestücken kann, die sich als Projektilwaffen in Durchschlagskraft, Explosionsradius und Feuerfrequenz unterscheiden. Allerdings nur in die vier Himmelsrichtungen, Querschießen ist aus unerfindlichen Gründen nicht drin.

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Wollte man noch tiefer gehen, erklärte man, dass sich jedes Tier zudem mit zwei Artefakten ausstatten lässt, die Eigenschaften verbessern. Doch was sich wie kopflastige Konfigurationsarbeit anhört, ist im tatsächlichen Spielfluss ein Pixel- und Chiptunes-Inferno, dass den Aufenthalt in einer Pachinko-Halle wie einen Sanatoriumsbesuch mit Wasserkur in Pommern erscheinen lässt. Alles explodiert, alles blinkt und piept und wenn sich der Pixelstaub des Kampfgetümmels verzogen hat und Hardik noch lebt, geht es einen Bildschirm weiter. The Legend of Zelda und The Bindung of Isaac lassen grüßen. Und natürlich Bit Dungeon.

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Towelfight bietet eine Ober- und Unterwelt von Ausmaßen, die an Skyrim erinnern. Warp-Points sorgen für kurze Wege, spielerfreundliche Rücksetzfunktionen, die lediglich etwas von der Beute abknapsen, dafür, dass nach dem Bildschirmtod unmittelbar die nächste Runde folgt. Ähnlich wie bei Ridiculous Fishing spürt man, dass der Titel eine Herzensangelegenheit für Butterscotch Shenanigans ist. Es geht um das Spiel, nicht um das Geld – wenngleich man sich die In-App-Purchase-Option für eine künftige Option offen hält. Eine höchst erquickliche Mischung aus Bullet-Hell-Shooter und klassischem Erkundungs-Adventure, die schwer aus der Hand zu legen ist.

Rating: ★★★★½