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Den Rücken gerade, die Augen auf das Display! Die Auseinandersetzung mit Crabitron [App Store] von Two Lives Left (@TwoLivesLeft) erfordert nicht nur gute Reflexe und das Abschalten der Multitasking-Bedienung, sondern auch den Einsatz von vier Fingern gleichzeitig. Der Spieler steuert so die Scheren eines gigantischen kosmischen Krebstiers mit unstillbarem Appetit und daher eher moderater Beliebtheit auf seinem Kreuzzug durch das Weltall. Endlich einmal eine spielerisch sinnvolle Verwendung der Multitouch-Möglichkeiten des iPads! Also die Scheren gewetzt und los!

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Crabitron ist vorrangig albern. Wer sich bei jedem Raumschiff, das zwischen Crabitrons Scheren zermahlen wird, Gedanken um unschuldige Passagiere und deren Hinterbliebene macht, der sollte sich die Zeit anderweitig vertreiben. Statt dessen schlägt Crabitron in die gleiche Kerbe wie Super Monsters ate my Condo: Hektik und Koordination stehen ganz oben auf der Tagesordnung. Daumen und Zeigefinger beider Hände steuern die Scherenpaare und machen den Spieler mit stetig wiederkehren Schnappgriffen darauf aufmerksam, dass es Muskelgruppen gibt, die weitaus weniger trainiert sind als bislang angenommen.

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Crabitrons Körper nimmt den unteren Bildschirmteil ein, in den oberen zwei Dritteln findet reger Weltraumverkehr statt, den er mit seinen Scheren stört, zerquetscht, knackt und nach Gutdünken in sein Maul umlenkt. Allerdings bleibt Space-Shuttle-Zerstörung und Insassen-Vernaschung nicht all zu lange ungesühnt. Doch auch die aggressiv ballernde Weltraumpolizei hat den mächtigen Scheren kaum etwas entgegenzusetzen. Anstrengender ist es da schon, sich gegen einfallende Metoritenschwärme und andere Widrigkeiten zu erwehren. Stets gibt es überschaubare Missionen zu erfüllen, die nach dem Ableben zur erneuten Scherenschlacht motivieren. Im Crab Lab geht es mit der geldwerten Beute an das Scheren-Tuning, so dass sich nach und nach auch harte Brocken knacken lassen.

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Tödliche Rülpser räumen die Bildfläche und sorgen für mehr Luft in hektischen Situationen? Korrekt! Crabitron ist vulgär, witzig und hinsichtlich der Bedienung erfrischend anspruchsvoll. Wie Jetpack Joyride verdient der Casual-Titel einen Platz auf dem iPad, der immer dann aufgerufen wird, wenn man in Adventures festhängt oder im Nachtzug durch die Republik nicht einschlafen kann. Ein kurzweilig bescheuertes Vergnügen zu einem für App-Store-Verhältnisse ungewöhnlich hohen Einstiegspreis. Doch der sollte keinen von dem Spaß abhalten, den andere über Everyplay teilen.

Rating: ★★★★☆