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Beachtlich, was die Mannen um Matous Jazek alles in ihren Entwickler-Zauberkessel gekippt haben. Sein Team, mehrere waren für die tschechische Division von 2K Games tätig, scheint mit dem Schleppnetz durch den App Store gefahren zu sein – und zahlreiche gute Spielelemente sind hängengeblieben. Dabei ist Hero of Many [App Store] von Trickster Arts (@TricksterArts) allerdings weit davon entfernt, uninspiriert zu sein. Statt dessen serviert man einen atmosphärischen Mix, in dem der Spieler ein Zellwesen durch eine Körperwelt lotst.

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Wie in Osmos beginnt der Spieler als eine einzelne Zelle, die durch eine Flüssigkeit treibt. Gesteuert wird der Zellkörper mit einer Ein-Finger-Steuerung, die an Perfect Cell erinnert. Die Zelle schwebt dorthin, wohin der Spieler zeigt; je weiter weg von Zellkörper der Spieler den Kurs bedeutet, desto schneller nimmt die Zelle Fahrt auf. Beim Treiben durch die Metroid-artigen Gewölbe findet der Spieler weitere einzuverleibende Zellkerne und kleine eigenständig handelnde Zellen, die den Zellkern ähnlich wie in Solar 2 oder Badland umschwärmen.

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Bald wird das ruhige Treiben gestört, schwarze Zellen greifen den Spieler an, dem angesichts der Überzahl der Gegner lediglich die Flucht durch die labyrinthisch-verschlungenen Gänge bleibt. Schleichen und Umwege sind meist das probate Mittel, um heil zum Ausgang zu finden. Eingestreute Physikrätsel, in denen Blockaden aus dem Weg geräumt werden müssen und zu aktivierende Schalter, die den Levelausgang öffnen, bereichern das Spielgeschehen. Über Kopfhörer genossen, lullt die Ambient-Musik von Matus Siroky ein und verdichtet das Spielgeschehen.

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Die Anfangs tristen Spielstufen gewinnen zusehends an Farbe. Bald treibt der Spieler durch Blutbahnen und muss wie in Spirits Strudel und Sogwirkung beachten. Wann immer sich Langeweile und Routine einzustellen drohen, steuern die Entwickler nach. Was nervt, sind die Lade- und vor allem die Speicherzeiten. Passiert der Spieler einen Rücksetzpunkt, stockt das Geschehen für mehre Sekunden, was die dichte Spielatmosphäre nachhaltig stört. Mehr gibt es an der traumhaften Schwimmerei allerdings nicht auszusetzen.

Rating: ★★★★½