Incredipede_01
Die im Oktober 2012 für PC veröffentlichte Indie-Produktion Incredipede [App Store] von Colin und Sarah Northway (@ColinNorthway) kommt nun auf das iPad gekrochen. Eine naheliegende Umsetzung, denn der Puzzle-Titel kommt mit lediglich vier virtuellen Tasten aus. Mit diesen steuert der Spieler die Gliedmaßen der einäugigen Monstrosität Quozzle, indem Muskeln zusammengezogen oder gestreckt werden. So geht es Schritt für Schritt mit wechselnder Anzahl Gliedmaßen durch verwinkelte Landschaften.

Incredipede_02
Wie bei Gua-Le-Ni ist das schreckliche Schauspiel allerdings wundervoll anzusehen. Der eigenwillige Grafikstil von Thomas Shahan fasziniert vom Startbildschirm an und büßt auch über längere Spielzeit nichts von seinem Flair ein. Spielerisch lässt sich Incredipede zwischen Cosmic Mechanic und Bad Piggies verorten. Mit letzterem teilt der Titel die Möglichkeit, eigene Spielstufen zu erschaffen und diese mit anderen Spielern online zu teilen. Grundsätzliches Verständnis für Physik und Mechanik sind auch bei Incredipede Grundvoraussetzung für Spielgenuss.

Incredipede_03
Quozzle muss auf seinem Weg zum Ausgang der Spielstufen Obst und Gemüse einsammeln. Das vielgliedrige Wesen und seine Fracht schadlos über Lava-Becken oder durch Wassertunnel zu bugsieren, erfordert Konzentration, denn ein falscher Tastendruck kann das Ende bedeuten. Bemerkenswert ist das die spielerische Vielfalt, die das Entwicklerpaar aus der einfachen Prämisse hervorzaubert. Immer neue anspruchsvolle Herausforderungen erwarten den Spieler.

Incredipede_04
Im Vergleich mit seinen erwähnten Genre-Kollegen wirkt Incredipede erwachsener: weniger Niedlichkeit und mehr kaltes Wasser – der Spieler ist häufiger auf sich gestellt. Das beschert in einigen Spielstufen Frustmomente, allerdings müssen die Level nicht linear nacheinander abgeschlossen werden. Grundsätzlich steigt und fällt der Spielgenuss mit dem Verständnis für die Hebelwirkungen – wer dies nicht aufbringen kann oder will, dem steht ein steiniger Weg bevor.

Rating: ★★★½☆