Sphero01Häufig ist es der größte Unsinn, der den meisten Spaß macht. So auch im Fall der Neuauflage des Sphero 2.0 von Orbotix (@orbotix), einer mit iOS-Geräten fernbedienbaren Kunststoffkugel. Grundsätzlich ist – abgesehen von technischen Details – damit alles Wichtige zum Sphero gesagt. Aber die nutzlose kleine weiße Kugel wächst unmittelbar nach dem Auspacken derart ans Herz, dass aufgrund von Regression in frühere Lebensphasen an produktives Arbeiten nicht mehr zu denken ist. Der Sphero ist das Spielzeug, nach dem man sich als Kind gesehnt hätte, wäre man im volldigitalen Zeitalter herangewachsen.

Sphero02Damit der Sphero mit ausreichend Energie versorgt ist, muss er zunächst per Induktion aufgetankt werden. Hierfür bringt er eine konkave Sockelplatte mit. Nach drei Stunden Ladezeit ist der Sphero eine Stunde lang zu allem Unsinn bereit. Ein kurzes Anklopfen und der Sphero erwacht, um sich per Bluetooth mit dem iPhone zu verbinden. Die Steuerung erfolgt mittels einer kostenlosen Universal-App [App Store] von Orbotix. Ein Finger reicht aus, den kleinen Ball zu scheuchen, wobei die Reichweite überrascht: auch in knapp 60 Metern Entfernung reagiert der Sphero im freiem Land anstandslos.

Sphero03Die Servo-Motoren im Inneren des weißen wasserdichten Mitbewohners sind deutlich hörbar, der Spehro ist kein Spielzeug für die Mittagsstunde! Dafür jagt der Ball allerdings auch mit  knackigen zwei Metern pro Sekunde durch Wohnraum und Unterholz. Neben dem Antrieb lagern im Inneren des Sphero LEDs, deren Farbe oder Farbspiel sich über die App bestimmen lassen. Zwei beiliegende Plastik-Rampen sorgen dafür, dass der seine Farben wechselnde Sphero im abendlichen Dämmerlicht auch mit Schwung über die Türschwellen den Weg in den Flur findet.

Sphero04Was vom ersten Moment an begeistert, ist die Knackigkeit, mit der die Knutschkugel auf App-Eingaben reagiert. Mit ein wenig Übung lässt sich Besuch wahlweise beeindrucken oder in den Wahnsinn treiben. Im Lauf lässt sich die Ausrichtung nachjustieren, wie allerdings das Kunststück gelingt, dass der Ball die angestrebte Richtung ansteuert und nicht hinter der Bildungsbürgerbücherwand verschwindet, ist schleierhaft. Vor allem in der Anfangsphase ist beruhigend, wie dickhäutig der Sphero ist, wenn Möbel den Rausch der Geschwindigkeit bremsen.

Sphero05Im App Store gibt es weitere Unterhaltung. Orbotix selbst hat 15 auf den Sphero zugeschnittene Apps im Angebot – andere Anbieter ziehen nach – mit denen die Kugel als Game-Controller verwendet wird oder sich die Umgebung per Augmented Reality in eine Spiellandschaft verwandelt. Wer sich berufen fühlt, darf eigene Software für den Sphero entwickeln, die API ist dokumentiert. Mit einem Preis von knapp 130 Euro ist der im Shop von Orbotix und bei Amazon erhältliche Sphero 2.0 kein Schnäppchen, aber gegenwärtig das beste fernsteuerbare Spielzeug für iOS-Geräte.