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Noch vor dem ersten Spielen wird deutlich, dass es sich bei In Fear I Trust [App Store] um einen Horror-Titel handelt. Verantwortlich zeichnet sich die Trias aus Black Wing Foundation (@BWFgame), Turn Me Up Games (@TurnMeUpGames) und Indie Game Services (@indiegamessrvcs) in Kooperation mit Publisher Chillingo (@chillingo). Der auf der Unreal-Engine basierende Titel reklamiert nach der Installation gierige 2,4 GB auf dem Gerät, fegt nach dem Start alle im Hintergrund laufenden Anwendungen aus dem Arbeitsspeicher. Der Spieler vertreibt sich während der als endlos lang empfundenen knapp 90-sekündigen  Ladezeit anderweitig die Zeit.

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In der Vorgeschichte willigt der Spieler ein, an einem obskuren Experiment teilzunehmen. In der ersten Spielszene erwacht er in einer Zelle und starrt auf seine Beine. Was zunächst wie ein Tremor oder eine Reflexion aussieht, stellt sich als ein Grafikfehler heraus. Der erste einer langen Reihe von Bugs, die das Spiel durchziehen. Mittels Tippgesten oder gesteuert über zwei virtuelle Joysticks, geht es an die Erkundung des verlassenen russischen Gefängnisses. Die Atmosphäre ist gespenstisch, auch weil die Bewegungen der Spielfigur nicht wie gehen oder laufen sondern wie ein zähes Schweben anmuten.

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Bei der Erkundung der Spielwelt gilt es – ganz Point’n’Klick – Objekte aufzusammeln, diese zu inspizieren bei Bedarf einzusetzen. Über eine Geste lässt sich ein alternativer Sichtmodus auf das Geschehen aktivieren, in dem Hinweise sichtbar sind. Das Vergnügen ist allerdings von kurzer Dauer, dann schaltet das Spiel in die ordinäre Sichtweise zurück. So geht es schleppend und zäh von Raum zu Raum. Kleine Logik-Rätsel und Verschiebepuzzle lockern den Spielverlauf auf. Tatsächlich unterhaltsam sind diese Knobeleinlagen allerdings selten, sondern wirken eher wie retardierende Elemente.

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In der Version 1.0 ist In Fear I Trust vor allem aufgrund technischer Mängel – die Entwickler geloben Besserung bei Steuerung und Abstürzen – keinem Spieler zu empfehlen. Statt dessen mutet der Titel eher wie ein spielbares Tech-Demo an. Grafik und Atmosphäre sind stimmig und evozieren tatsächlich leichte Gruselstimmung. Grundsätzlich tritt der Titel jedoch zu keiner Zeit aus dem Schatten seines übergroßen Vorbildes The Room heraus. In Fear I Trust ist der verpatzte Versuch eines ansehnlichen Horrorspiels.

Rating: ★★½☆☆