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Schönheit als Glücksversprechen hat, wie die Sirenen Odysseus, schon viele Spieler ins Verderben gelockt. Das hässliche Urteil vom Grafikblender illustriert, dass die Schönheit meist nur pixeltief ist. So sollte man dann auch nicht all zu schnell an vermeintlichen Mauerblümchen wie Threes [App Store] vorüberziehen, denn unter der schmucklosen Oberfläche versteckt sich hier ein originelles wie fesselndes Spielprinzip. Erdacht und umgesetzt wurde der Titel von Greg Wohlwend (@aeiowu) und Asher Vollmer (@ashervo), die iOS-Spielern untern anderem Puzzlejuice bescherten.

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Das Spielfeld besteht aus einer überschaubaren Matrix aus vier mal vier Feldern. Auf diesen sind zu Spielbeginn eine Handvoll Steine mit den Zahlenwerten 1, 2 und 3 ausgelegt. Durch horizontale und vertikale Wischgesten lassen sich die Steine im Ganzen verschieben. Nach jedem Spielzug kommt ein neuer Spielstein hinzu – ist das Brett voll und keine Verschiebung mehr möglich, ist das Spiel zu ende. Damit das Unvermeidbare möglichst spät eintritt gilt es, vorausschauend und konzentriert zu schieben.

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Gleichwertige Spielsteine, die sich bei einer Verschiebung überlappen, verschmelzen. Ihr Zahlenwert addiert sich. Ausnahme sind Steine mit 1er- und 2er-Werten, die sich auch miteinander kombinieren lassen. Wie in Triple Town wechseln sich so Platzprobleme und Erfolgserlebnisse ab. Hochwertige Spielsteine blockieren zunächst den Spielfluss, doch wenn man dann endlich zwei dieser Störenfriede miteinander verschmelzen kann, ist das Erfolgserlebnis um so beflügelnder.

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Auf den ersten Blick wirkt Threes unansehnlich, doch finden sich an vielen Stellen liebevolle Details, wie die anthropomorphisierten Spielsteine, die miteinander flirten. Auch auf akustischer Ebene gibt man sich verspielt minimalistisch, wenngleich die abschaltbaren Sprachsamples beim Verschmelzen der Steine nach längerer Spielzeit nerven. Technisch ist die Verschieberei hervorragend umgesetzt und lässt sich lässig mit nur einem Finger steuern. Ähnlich wie Hundreds ist Threes ein Titel der beweist, dass es noch frische Ideen gibt, die auch ohne aufwändige Inszenierung fesseln.

Rating: ★★★★½