WebNes
Emulator-Apps, mit denen man Spiele vergangener Konsolen-Generationen auf dem iPad zum neuem Leben erwecken kann, haben meist nur eine beschränkte Aufenthaltserlaubnis im App Store. Aufgrund rechtlicher Streitigkeiten fegt Apple diese meist umgehend aus dem Download-Angebot. Selbst wenn die Emulatoren als Easter-Eggs in anderen Apps wie Awesome Baby Names versteckt werden, ist der Rausschmiss aus dem App Store meist nur eine Frage von Tagen. Wehmütig auch der Abschuss von Gridlee, mit dem sich Spielautomaten-ROMs auf das Tablet bringen ließen. Wohl dem, der sich die Apps schnell genug sichern konnte. Zu den raren Vertretern mit Bleiberecht zählen der Commodore 64 [App Store] und der Sinclair-ZX-Spectrum-Emulator Spectaculator [App Store]. Wer sein iOS-Gerät nicht meinem Jailbreak für Cydia-Emulatoren öffnen kann oder will, blieb bei der Nostagie-Party weitestgehend außen vor. Enter… webNES.

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Die findigen Entwickler Conrad Kramer, Jared Wright, Bogdan Vitoc und Evan Klein haben im Rahmen des PennApps 2014 hackathon einen Weg gefunden, zumindest NES-Spielen einen Weg auf das iPad zu ebnen, der nicht durch den App Store, sondern über den iOS-Browser führt. Ihr NES-Emulator webNES ist ein quelloffener Mix aus jQuery, HTML5 und WebSQL mit Dropbox-Anschluss. Wer alte NES-Klassiker auf der Festplatte liegen hat, legt die ROM-Dateien unkompromiert in der Dropbox ab, öffnet die webNES-Seite und der Reise in die Vergangenheit steht nichts im Wege… außer vielleicht der Touch-Steuerung, die so präzise ist, wie die mittlerweile ausgenudelten NES-Controller. Dafür lassen sich die Klassiker dann aber sowohl im Hoch- als auch im Querformat genießen. Leider bislang nicht im Vollbild.