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In der Welt von Another Case Solved [App Store] sind Süßigkeiten nicht nur Kindern, sondern allen verboten. Die Polizei muss sich darum kümmern, dass die Zucker-Prohibition auch umgesetzt wird; die eigentliche Polizeiarbeit bleibt an Privatdetektiven hängen. Als ein solcher muss der Spieler unter anderem verlorene Katzen und Dokumente wieder ans Tageslicht befördern – so die Prämisse der Knobelei von Ars Thanea Games (@ArsThaneaGames) und Chillingo [@chillingo], die in wundervoller Professor-Layton-Niedlichkeit daherkommt. Doch ganz so niedlich und freundlich wie der Titel erscheint, ist er keineswegs.

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Die Polen zehren von der Spielmechanik und Struktur ihres Erstlings Puzzle Craft, das sich wiederum bei Puzzle-Klassikern wie Dungeon Story bedient. Der Spieler sammelt Beweise, indem er gleichartige Indizien auf einer Matrix miteinander verkettet. Wie vieler solcher Beweise es bedarf, hängt von der Schwierigkeit des Falls ab. Anschließend muss der Tatort ausfindig gemacht werden, indem auf einer Karte nacheinander Gebäude ausgeschlossen werden. Auch die Identifizierung des Täters passiert im Ausschlussverfahren, wenn denn die richtigen Fragen gestellt werden.

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Schließlich geht es an das Durchsuchen des Tatorts. Auch hier tastet sich der Spieler Schritt für Schritt heran. Das Spiel gibt Hinweise, ob man sich der Beute nähert oder von dieser entfernt. Der Lohn des Erfolges ist meist Bargeld, das in die Möblierung des Büros und das Erschließen neuer Fälle investiert wird. Wer hier hellhörig wird, darf sich zu seinem detektivischem Gespür gratulieren: Ja, Spielgeld regiert die Welt von Another Case Solved und ruiniert das Spielprinzip nach knapp einer Stunde, wenn der Schwierigkeitsgrad merklich anzieht.

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Grundsätzlich muss man für die Ermittlungen in jedem Fall – selbst für bereits absolvierte – Spielgeld zahlen. Wenn das fehlt, heisst es: Verschiebepuzzeln bis das Geld verdient ist. Doch die Zahl der Puzzle und so die Menge des zu verdienenden Gelds sind begrenzt. Bald heisst es daher: Abwarten oder zahlen. Schließlich findet sich der Spieler in einer Zwickmühle aus Timer-Mechaniken und In-App-Käufe wieder, die sich  genial verflochten durch den Titel zieht. Wer sich davon nicht abhalten lässt braucht Nerven aus Stahl und darf gerne in diesem hübsch anzusehenden Freemium-Fall ermitteln.

Rating: ★★½☆☆