TrialsFrontier_01
Früher war es einfach und das war gut so. Bei Trials HD schwang man sich auf den Bock, hantierte mit Gas und Bremse und verlagerte das Gewicht vor- und zurück. So ging es über haarsträubende Parcours voller Todesfallen, stets auf der Jagd nach den Hunderstel-Sekunden, die einen von der Konkurrenz abhoben. Bei seiner lang erwarteten iOS-Version Trials Frontier [App Store] vollbringt Ubisoft (@UbisoftMobile) ein Kunststück: Die hervorragend präsentierte unverwüstliche Spielidee wird von der Monetarisierungs-Strategie abgewürgt.

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Völlig unbedarft rast der Spieler zu Beginn wie in der guten alten Zeit über die Pisten, bis er unter einer Steinlawine begraben wird. Er findet sich in einer staubigen Westernstadt wieder, deren Bewohner von Butch tyrannisiert werden. Als sei das nicht schlimm genug, ist nicht mal die Flucht mit dem Krad möglich, das nur noch Schrottwert hat. Die freundlichen Bewohner stiften eine klapprige Maschine und bitten um Erlösung vom Terror, doch dafür muss der Bock auf Vordermann gebracht werden und wie in Real Racing 3 nimmt das Freemium-Übel seinen Lauf.

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Der Spieler fährt die kurzen Strecken immer wieder nicht zu Spaß, sondern um Ersatzteile und Benzingeld zu verdienen. Man ist mehr damit beschäftig an Glücksrädern zu drehen und Tuning-Maßnahmen in Auftrag zu geben und deren Ende abzuwarten oder herbeizukaufen, als frohgemut und waghalsig durch den Staub zu knattern. Dabei gibt man sich alle Mühe den ersten harten Kontakt mit der Paywall hinauszuzögern – doch man fragt sich unentwegt, was der der ganze Tuning-, Missions- und Glücksrads-Quatsch denn soll, wenn man nur abgefahren rasen möchte.

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Dabei ist das Kernspiel hervorragend umgesetzt, man suhlt sich in Borderlands-Farben und freut sich über gut reagierende Steuerung. Doch wenn nach jeder Mission Geld ausgeschüttet und ein neuer Auftrag erteilt wird, fragt man sich schon, ob man nicht einen Pizzaboten-Simulator spielt. Wie auch Angry Birds Go leidet Trials Frontier unter Freemium-Krebs im Fortgeschrittenen Stadium und es tut weh, den Patienten leiden zu sehen. Doch zwei Worte trösten über all das Leid hinweg: Bike Baron.

Rating: ★★½☆☆