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Bevor 1337 (@1337gamedesign) und Senri (@senri_se) iOS-Spieler mit Leo’s Fortune in Verzückung geraten ließen, begeisterten sie bereits Oktober 2012 mit Devil’s Attorney [App Store]. Der Spieler schlüpft in das Sakko des schmierigen Anwalts Max McMann, der die Verteidigung von allerlei illustren Zeitgenossen vernimmt und vor Gericht deren Freiheit erstreiten muss. Wer an einen Rätsel-Titel a la Phoenix Wright denkt, liegt falsch. Statt dessen servieren die Schweden hier feinste Strategie, angereichert mit augenzwinkerndem Humor.

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Rundenweise liefert sich McMann vor Gericht einen Schlagabtausch mit der Anklage, die Zeugen und Beweisstücke vorträgt. Diese gilt es zu diskreditieren, indem diese angezweifelt oder lächerlich gemacht werden. Dafür stehen McMann in jeder Runde Aktionspunkte zur Verfügung, die für unterschiedliche Aktionen aufgewendet werden. Dabei ist keinesfalls im Vorfeld klar, ob die Strategie tatsächlich aufgeht, denn fast alle Aktionen sind keine sicheren Attacken, sondern haben lediglich eine Tendenz, in welchen Umfang sie ihre Wirksamkeit entfalten.

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Sind alle von McManns Aktionspunkten verbraucht, kommt die Gegenseite zum Zug: verbleibende Beweise und Zeugen fügen dem Winkeladvokaten Schaden zu. So geht der Schlagabtausch bis zum bitteren Ende. Sind im Idealfall alle Zeugen und Beweisstücke abgewiesen, ist der Fall gewonnen und McMann darf sich von seinem Honorar neue Klamotten und Einrichtungsgegenstände für sein Apartment leisten. Diese wiederum sorgen dafür, dass sich seine Fähigkeiten vor Gericht verbessern, ihm mehr Aktionspunkte zur Verfügung stehen oder seine Attacken stärkere Wirkung zeigen.

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Die einzelnen Verhandlungen nehmen jeweils lediglich ein paar Minuten in Anspruch, sind jedoch keinesfalls anspruchslos. Geht man zu stürmisch und unbedacht vor, ist kein Durchkommen. Eine Spiel-Konstruktion, die auch langfristig motiviert. Was neben dem eingängigen Spielprinzip begeistert, ist die wundervolle Präsentation: Vom Intro über die Ausgestaltung von McManns Wohnung bis hin zu den hervorragend eingesprochenen und witzigen Dialogen vor Gericht trieft Devil’s Attorney aus jedem Kilobyte vor 80er-Jahre-Charme. Kein Einspruch gegen einen Impulskauf!

Rating: ★★★★½