Biosis_01
Das Geschehen in Biosis [App Store] kreist um eine tragische Liebesgeschichte. Friede, Freude, Eierkuchen. Plötzlich kommt der Brecher um die Ecke und die Frau ist weg; der Protagonist Mil, ein protoplasmischer Klumpen, ist entmannt und stinkesauer. So muss der Spieler dann nun ran und alles geradebiegen. Wo genau Illustrator Konstantin Salanda von Concolor Games das Geschehen spielen lässt, bleibt ungewiss – allerdings muten die Trägheit des Ablaufs und und die absonderlichen Kreaturen so an, als befände man sich auf zellularer Ebene im Inneren etwas Furchtbarem.

Biosis_02
Mil ist antriebslos und auf die Hilfe von Kreaturen in seiner Umgebung angewiesen. Allenfalls dazu, eine schiefe Ebene hinunterzurollen ist der kleine schwarze Klumpen in der Lage. So aktiviert der Spieler in Mils unmittelbarer Umgebung Körper, die ihn ansaugen und sich durch Wischbewegungen umpolen lassen, sodass sie ihn abstoßen. Ähnliches gilt für langzüngige Wesen, die Mil an ihren Tentakeln nah oder fern baumeln lassen. Cut the Rope trifft auf Tentacles: Enter the Dolphin trifft auf Contre Jour.

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So wird Mil geschwungen und gezogen, gepustet und geschleudert, um den Weg zum Ausgang der jeweiligen Spielstufe zu finden, die sich nacheinander erschließen. In jeder Spielstufe sind zudem drei Plasma-Klumpen verstreut, die eingesammelt werden müssen, damit sich der Zugang zu den weiteren Level-Packs aufschließt. Insgesamt 60 Spielstufen enthält der Titel zum Start, weitere sollen folgen. Und so generisch wie sich diese Beschreibung liest, spielt sich der Titel leider auch. Alles ist schon mal da gewesen, Setting und Spielmechanik wirken unispiriert.

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Wer sich dennoch an den Titel wagt, der muss Geduld und Gefühl für Timing mitbringen. Es gilt im Ausschluss-Verfahren meist den einzig möglichen Lösungsweg zu erkennen und im richtigen Moment zwischen den Spielelementen hin- und her-zuschalten. Leider reagieren diese vereinzelt träge, was unbeabsichtigte Bildschirmtode zur Folge hat. Auch die wunderschöne und atmosphärische Grafik und die passende akustische Untermalung können den grundsätzlich soliden Titel nicht in einem Maße aufwerten, dass er mit der Konkurrenz auf Augenhöhe spielte.

Rating: ★★★☆☆