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Es hat geknallt im Weltraum! Was bei FTL das Ende ist, ist hier der Anfang: Das Raumschiff ist kaputt und die fünfköpfige Mannschaft verstreut. Es liegt am Kapitän, die Crew, die brav auf ihre Rettung wartet, aufzuspüren und schließlich die Heimreise anzutreten. Keinesfalls ein leichtes Unterfangen, denn bei VVVVVV [App Store] ist der Name Programm. Die labyrinthische Spielwelt ist mit Stacheln und allerlei anderen Tödlichkeiten gepflastert – Entwickler Terry Cavagnah (@terrycavanagh) macht seinem Ruf alle Ehre und fordert Spieler bis an die Frustrationsgrenze und gelegentlich auch darüber hinaus.

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Rein äußerlich und mechanisch ist VVVVVV einfach gestrickt. Die Grafik in 8-Bit-Anmutung könnte ein Commodore 64 generieren. Auf Animationen und Farbspiel wird weitestgehend verzichtet. Auch die Chiptunes-Untermalung fügt sich in das stimmige Retro-Bild. Der Kapitän kann sich nach links und rechts bewegen und, weil es ja in der Schwerelosigkeit des Weltraums zur Sache geht, wahlweise am Boden oder Decke entlang rennen – per Knopfdruck wird gewechselt. Die Spielwelt ist riesig und labyrinthisch, ein Mines of Mars alter Schule.

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Um lange Wege kurz zu halten, darf sich der Spieler mit Hilfe von zu entdeckenden Teleportern beamen. Speicherpunkte sind zahlreich und auch bitter von Nöten, denn kaum ein Bildschirm – und davon gibt es viele in VVVVVV – lässt die Chance aus, den Spieler sterben zu lassen. Doch es gibt nichts, was sich nicht mit Überlegung und Timing überwinden ließe. Drei Steuerungmodi stehen zur Wahl, von denen allein das virtuelle Joypad die bisweilen benötigte pixelgenaue Präzision erlaubt. Genau diese Durchdachtheit und handwerkliche Präzision bei der Gestaltung sind, was VVVVVV auszeichnet.

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Um der Chronistenpflicht genüge zu tun: VVVVVV sieht nicht nur alt aus, sondern ist es auch. Ursprünglich erschien der Titel 2010 für PC und Mac. Wenngleich Cavagnah Steuerung und Bildschirmtexte angepasst hat, sind die Versionen weitestgehend identisch. Leider auch die Grafik und Fonts, die auf einem Retina-Gerät unscharf wirken. Das ist aber auch der einzige wesentliche Kritikpunkt an diesem hervorragenden Plattformer der, genau wie das verwandte Rico, für stundenlange Unterhaltung auf höchstem Niveau sorgt.

Rating: ★★★★½