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Metal auf die andere Art. Mit Ephemerid: A Musical Adventure [App Store] nehmen Super Chop Games (@SuperChopGames) den Spieler mit auf eine musikalische Reise. Der Untertitel ist dabei etwas irreführend, denn statt eines Abenteuers steht eher eine kurze, entspannte und abwechslungsreiche Tour auf dem Programm. So ist Ephemerid denn auch mehr interaktives Musikvideo, denn vollwertiges Musikspiel. Auf in die Welt der Vinylscheiben und der verzerrten Gitarren.

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Die Musik steht bei Ephemerid im Vordergrund, was allein daran zeigt, dass der Titel ohne erklärende Texte auskommt. Der Spieler soll durch Ausprobieren herausfinden, was in den verschiedenen Spielstufen zu tun ist. Das beginnt direkt nach dem Startbildschirm, wo mittels Wischbewegungen Laub bei Seite gefegt wird, bis Buchstaben aufblitzen. Aus diesen formt sich der Spieltitel. Eine anspruchslose, fast mühselige Fingerübung. Doch mit jedem Buchstaben ertönt ein neuer Akkord und das Klangliche hält bei Laune.

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Im nächsten Minispiel muss eine Libelle, die dem Spieler in Ephemerid immer wieder begegnet, in die Baumkronen befördert werden, wo der Spieler abschließend Sternschnuppen mittels Wischgesten farblich korrespondierenden Sternbildern zuteilt. Märchenhaft kitschig. Grafisch ist der Titel grundsätzlich schön anzusehen. Ähnlich wie in Lume HD oder Kumo Lumo scheint die Welt aus Kartonage zusammengesetzt. Das Gesamtbild haut allerdings nicht vom Hocker. Das Hauptaugenmerk liegt klar auf dem Soundtrack von Matt Meyer, der jedoch tatsächlich entschädigt.

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Keines der Mini-Spiele fesselt, keines verdient außergewöhnliche Beachtung. Aber Ephemerid versteht sich nicht als Spiel, sondern als ein interaktives Hörstück, das man – ganz wie ein Album – am Stück genießen soll. Die Spiele dienen lediglich dem Zeitvertreib, scheitern ist unmöglich und nach gut 35 Minuten kratzt die virtuelle Plattennadel an der virtuellen Endlosrille. Zurück bleibt ein gutes Gefühl, sich die Zeit mit etwas Experimentellem vertrieben zu haben. Aber bei allem Unterhaltungswert reicht die Klasse der Musik dann doch nicht, um den Spieler zu begeistern.

Rating: ★★★☆☆