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Es war einmal im hohen Norden. Mit Munin [App Store] bitten Gojira und Daedelic (@daedalic) zur mythologischen Knobelmärchenstunde. Loki, der alte göttliche Stänkerfritze, hat Munin verzaubert. Der Rabe, der für Göttervater Odin treue Botendienste geflogen hat, wurde seiner Flügel beraubt und schlimmer noch: in ein Menschenmädchen verwandelt. Nach dieser auf Texttafeln vermittelten Vorgeschichte muss der Spieler als Munin versuchen, seine ursprüngliche Gestalt wieder zu erlangen.

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Das größte Problem, das die menschliche Gestalt mit sich bringt, ist die Flügellosigkeit. Hühnergleich kann Munin in Menschengestalt lediglich laufen und hüpfen. So gilt es in mehr als 70 Spielstufen das alte Federkleid zusammenzusammeln. Viele der Federn sind allerdings unerreichbar. Die Lösung liegt in göttlicher Zauberei: Per Fingertipp lassen sich einzelne Elemente der Spielstufen in 90-Grad-Schritten drehen, sodass sich unpassierbare Wände in Brücken verwandeln. Bildschirmgroße Spielstufen entpuppen sich in Puzzle-Landschaften

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Die vermeintliche Lösungsstrategie stellt sich schnell als Quelle weiterer Rätsel heraus. Durch Drehen der Bauteile ergießen sich Wasserströme, die Höhlen füllen und Munin so in vorher unerreichbare Passagen schwimmen lassen. Als destruktiver erweisen sich Lava und Geröll, die Munin zum Neustart zwingen. Langsam aber stetig drehen die Entwickler an der Komplexitätsschraube. Der Hase liegt jedoch andernorts im Pfeffer: Daedelic und Gojira veröffentlichen Munin nicht nur für das iPad, sondern via Steam auch für Mac-, Windows- und Linux-Rechner.

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Leider scheinen die Entwickler stets die Gegebenheiten der großen Versionen im Hinterkopf gehabt zu haben. Auf dem iPad ist die Spielfigur winzig, die Steuerung mittels virtuellem Steuerkreuz mühselig fummelig. All zu oft rutscht der Finger vom Steuerkreuz und die Landschaft rotiert ungewollt. Auch sind viele der frühen Spielstufen schlecht ausgeleuchtet – für keinen dieser Makel bietet das karge Optionsmenü Linderung. In der ersten Fassung iPad-Version bereitet das knifflige Federsammeln so leider mehr Frust als Lust.

Rating: ★★☆☆☆