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Mit dem mittlerweile fünften Teil seiner Shooter-Serie hat sich Gameloft (@Gameloft_DE) viel Zeit gelassen. Ganz offensichtlich, um die Messlatte für optische Opulenz erneut ein Stück höher zu legen. Aber nicht zu letzt auch, um eine in der iOS-Welt bislang beispiellose Marketing-Kampagne durchzuziehen. Konzertiert versorgte man die Medien über Monate scheibchenweise mit Info-Häppchen und arbeitete zielstrebig auf die größmögliche Aufmerksamkeit zum Veröffentlichungstermin hin. Nun ist es es endlich so weit, Modern Combat 5 Blackout [App Store] ist da und – das überrascht – es überrascht, denn Gameloft haben mit Vielem gebrochen und ein ganz neues Modern Combat geschaffen.

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Vieles spricht für den Titel. Die Grafik zeigt auf Retina-Geräten nie Gesehenes. Rauchschwaden, flirrende Luft, dynamische Lens-Flare Effekte – Modern Combat 5 ist ein visuelles Feuerwerk und zementiert diesen Status bereits beim Einstieg, als Froschmänner sich Venedig unter Wasser nähern. Fast unglaublich scheint es, dass Gameloft den Speicherbedarf radikal beschränkt haben. Nach einem Rumpf-Download mit den ersten beiden Spielstufen werden weitere sukzessive nachgeladen. Zudem bleibt man seinem Modern-Combat-Kurs treu: Auch der fünfte Teil der Shooter-Serie ist ein Vollpreis-Titel. In ungekannter Rigorosität verzichten Gameloft allerdings vollständig auf In-App-Käufe.

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Wider die Euphorie sprechen ein Online-Zwang – ohne bestehende Internet-Verbindung schweigen die Waffen. Eine unpopuläre Einschränkung, die Gameloft vorgeblich mit dem Kampf gegen Software-Piraten rechtfertigt. Geteilter Meinung kann man über den atomisierten Spielablauf sein – das größte Unterscheidungsmerkmal zum grandiosen Vorgänger. Statt langer wohlkomponierter Spielmissionen ballert sich der Spieler durch lediglich wenige Minuten lange Segmente. Wegen des Mangels an Bewegungsfreiheit spielt sich der Titel wie ein Rail-Shooter a la House of the Dead, allerdings wirken die Segmente hier vielfach austauschbar.

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Die Fragmentierung der Spielstufen ist ein Geständnis an Mobile-Gaming, tötet aber den Spannungsbogen. Immer wieder kann der Spieler abschweifen, in Mini-Missionen als Scharfschütze oder Rollkommando agieren, sowie in Mehrspieler-Partien Sporen verdienen. Die Verflechtung von Einzel- und Mehrspieler-Modus ist ein weiteres eindeutig positives Novum von Blackout. Mit jeder – gerne auch wiederholt – absolvierten Mission sammelt der Spieler Erfahrungspunkte, die sich in eine Verbesserung der Fähigkeiten der vier Klassen und ein Aufrüsten der Waffen investieren lassen – die auch im Mehrspielermodus bestehen bleiben.

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Im Mehrspielermodus allerdings haben sich die Entwickler von Gameloft Bukarest vollends ausgetobt. Weitläufige Karten, auf denen Capture-the-Flag- und Free-For-All-Duelle ausgetragen werden oder man sich mit bis zu fünf anderen Spielern in Squads zusammenschließt. Wer, wie offensichtlich die Entwickler, Modern Combat vor allem wegen des Mehrspieler-Modus‘ schätzt, der fühlt sich sofort zu Hause; für den spielt sich der Titel, wie eine aufgefrischte und dynamisierte Neuauflage. Die Casualisierung der Einzelspieler-Kampagne hingegen sorgt dafür, dass das innovativere Call of Duty Strike Team es sich auf dem Genre-Thron bequem machen darf.

Rating: ★★★★☆