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Vor einem guten Vierteljahrhundert, als SEGA sein Geld nicht nur mit Videospiele sondern auch Konsolen verdiente, zog Mikey Mouse auf dem Mega Drive aus, zu begeistern. Im Jahr 1990 verzauberte Disneys Nager in einem wundervoll ideenreichen Abenteuer. Ein lupenreiner Plattformer voller Liebe zu Detail. Das im September 2013 für Xbox 360, Playstation 3 und PC erschienene Remake von SEGA (@SEGA) hat es schließlich auch auf das iPad geschafft. In Castle of Illusion starring Mickey Mouse [App Store] hat die böse Hexe Minnie Maus entführt – das geht so nicht.

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Die Rettungsaktion läuft in in bester Mario-Tradition ab. Mickey läuft, gesteuert mit dem linken Daumen, durch verwunschene Wälder und Spielzeugzimmer, springt per Tipp in die rechte Hemisphäre des Bildschirms über und auf Spinnen und Zinnsoldaten. So denn eingesammelt, wirft die Maus mit Äpfeln nach allem was sich in den Weg stellt. So weit, so klassisch. Zwei lineare Spielstufen, ein Boss und schon hat der großohrige Held einen von sieben Edelsteinen, die eine Brücke zur Holden bahnen. Zum Schmelzen schön und trotz zeitgenössischer Umsetzung mit vielen Verweisen auf das Original.

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Wie in Mario 64 spielt der Titel mit den Dimensionen, die meiste Zeit ist Castle of Illusion ein schlichter Plattformer, doch dann und wann geht es in die Tiefe, rennt Mickey vor ihn zu errollen drohenden Äpfeln davon oder taucht in einen Zauberhut. Märchenhaft kommentiert ein Erzähler zu Beginn einer Spielstufe die Geschichte und alles hätte so schön sein können, wenn nicht auf den letzten Metern der Schlendrian an Bord gestiegen wäre. Die Spielstufen wirken unausgegoren, verlangen plötzlich ungewöhnlich viel Präzision. Besonders bei den Bosskämpfen steigt der Schwierigkeitsgrad ins Frustrane.

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Zudem steuert sich der Titel mit den Daumen auf dem Glas weit weniger präzise als nötig. Hinzu kommt, dass Mickey häufig in seinem über-animierten Treiben zu spät abhebt oder sich duckt. Selbst wenn man begierig wissen möchte, welchen fantasievollen Fiebertraum die Entwickler in der nächsten Spielstufe umgesetzt haben – die schwammige Steuerung verleitet das knapp zwei Stunden lange Treiben. Die fortwährenden Tritte vor das virtuelle Schienbein sorgen schließlich dafür, dass Minnie verrotten kann und die Maus ihr Heil auf dem Boden eines Glases sucht. Bedauerlich!

Rating: ★★★☆☆