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Es darf wieder gespielbucht werden! Allerdings weichen Tin Man Games (@TinManGames) mit ihrer jüngsten Produktion auf neuen Pfaden. Zwar gibt es auch in Appointment with F.E.A.R. [App Store] viel zu lesen und zu entscheiden, aber auch außerordentlich viel zu sehen. Die Australier haben das zu Grunde liegende Spielbuch von Steve Jackson aus dem Jahr 1985 in ein interaktives Comic verwandelt. Als strahlender Superheld muss der Spieler Titan City retten, indem er die Schurken von F.E.A.R. aufspürt und Vladimir Utoshski – den Titanium Cyborg – ausschaltet!

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Bei Geschlecht, Super-Fähigkeit, Kostüm und dem Namen des Superhelden hat der Spieler ein Mitspracherecht – allerdings beeinflusst nur die Wahl Super-Fähigkeit den Spielablauf. In drei Tagen soll ein zu verhinderndes Treffen der Verbrecherorganisation F.E.A.R. stattfinden. Es gilt Hinweise und Spuren zu sammeln sowie rechtzeitig den Ort der Zusammenkunft zu ermitteln. Die Handlung wird in Bildern und Textkästen vermittelt. Das Verhältnis ist allerdings so ausgewogen, dass nie das Gefühl entsteht, man läse ein Buch statt eines Comic-Heftes.

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Die drei Tage sind voller Entscheidungen: Einen Streit schlichten oder dem Alarmsignal der Signaluhr nachgehen? Diebe, Monster und radiokative Hunde – in Titan City gibt es immer etwas zu tun. Wann immer es zum handfesten Konflikt kommt, werden diese rundenweise ausgetragen; man wählt aus Optionen, die Stärke oder Präzision des Angriffs vorgeben. Hinter alledem steht, wie es sich für ein gutes Spielbuch gehört, ein Regelsystem mit unsichtbaren Würfeln und ein Held, dessen Attribute durch Zahlen beschrieben sind. Auch aufgrund der kurzen Textlängen und zahlreicher Rücksetzpunkte ist das Spieltempo hoch.

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Einmal durchgespielt, kann man mit einem anderen Superhelden einen neuen Anlauf wagen. Zudem kann man Sammelkarten erspielen, die allerdings keinen Einfluss auf den Spielverlauf die Fähigkeiten des Helden haben. Im Vergleich mit den konventioneller umgesetzte Fighting-Fantasy-Titeln von Tin Man Games spielt sich Appointment with F.E.A.R. deutlich frischer und kurzweiliger – auch durch den Wegfall der Würfel. Neben dem deutlich komplexeren 80 Days erscheint das überdrehte Comic-Spielbuch mit seinem sehr minimalistischen Kampf- und dem dem binären Entscheidungssystem allerdings etwas blass.

Rating: ★★★★☆